1. NRW
  2. Düsseldorf

Bauboom rund um den Kö-Bogen in Düsseldorf

Stadtentwicklung : Bauboom rund um den Kö-Bogen

Zwei Projekte stehen am Joachim-Erwin-Platz an, auch auf Kö, Heine-Allee und Schadowstraße wird neu gebaut.

Während der seit zehn Jahren laufende Umbau der Innenstadt unter dem Namen  „Kö-Bogen“ mit den fast fertigen Ingenhoven-Bauten seinem Ende entgegen geht, sind nun zahlreiche Baustellen in unmittelbarer Umgebung eingerichtet. Immobilienexperten hatten stets einen starken Impuls des Großprojekts für weitere Investitionen vorhergesehen. Nun wächst eine ganze Generation neuer Gebäude nach, während vor allem Häuser aus den 50er und 60er Jahren abgerissen werden. Schon sichtbar sind die neuen Fassaden von Kö-Quartier und Carls-Quartier an der Breite und der Kasernenstraße. Jetzt geht es an Kö, Berliner Allee und Schadowstraße weiter. Hunderte von Millionen Euro werden investiert. Ein Überblick:

Joachim-Erwin-Platz 1 Mit seinen kleinen Fenstern und der verwitterten Fassade sticht das Haus mit Schriftzug „Alte Leipziger – Hallesche“ zwischen den Rundungen und Glasfronten des P&C-Gebäudes sowie den Libeskindbauten hervor. Im nächsten Jahr soll das Gebäude aus dem Jahr 1955/1956 dann Geschichte sein, die Versicherung will hier als Eigentümer „einen architektonischen Akzent setzen“. Nötige Vorbereitungen für das Projekt sollen im ersten Halbjahr 2020 abgeschlossen sein. Bei der Immobilienmesse Expo Real hatte OB Thomas Geisel sogar schon Entwürfe für einen möglichen Neubau von Architekt Christoph Ingenhoven gezeigt. Ob er wirklich zum Zuge kommt, ist jedoch womöglich auch von einem Architektenwettbewerb abhängig.

 Das Gebäude „Alte Leipziger - Hallesche“ zwischen P&C und Breuninger (r.) soll abgerissen werden.
Das Gebäude „Alte Leipziger - Hallesche“ zwischen P&C und Breuninger (r.) soll abgerissen werden. Foto: ale

Joachim-Erwin-Platz 3 Schon weiter mit der Planung ist man ein Haus weiter. Hier, wo jahrelang das Schreibwarengeschäft Hennig ansässig war, baut Rhenus Grundvermögen mit RKW Architektur+ neu. Die Bezirksvertretung gab jetzt grünes Licht für das siebengeschossige Büro- und Geschäftshaus mit Natursteinfassade. Anfang Januar will der Investor mit dem Abriss beginnen und im dritten Quartal 2021 fertig werden. Und man hofft, dass der Abriss noch Hand in Hand mit der Alten Leipziger über die Bühne gehen kann.

Berliner Allee 21 Noch steht das Eckhaus aus dem Jahr 1958 in Sichtweite des Martin-Luther-Platzes, gleich nach der Auffahrt aus dem Kö-Bogen-Tunnel auf der rechten Seite. Doch „in wenigen Wochen“ soll der Abriss laut Simone Wilkening von HIH Real Estate beginnen. „Vertikum“ soll das neue Gebäude mit viel Glas in der Fassade, Geschäften im Erdgeschoss und Büros darüber von den Architekten „meyerschmitzmorkramer“ heißen. Der Abriss sei notwendig, „da die Bausubstanz veraltet und die Gebäudestruktur nicht mehr effizient ist“. Nachdem die Bezirksvertretung 1 Bedenken wegen der Höhe des Gebäudes hatte, reduzierte der Investor von zehn auf neun Geschosse, was die Politik zufriedenstellte.

 „NewH“ soll das Haus an der Berliner Allee nach der Ausfahrt aus dem Kö-Bogen-Tunnel heißen.
„NewH“ soll das Haus an der Berliner Allee nach der Ausfahrt aus dem Kö-Bogen-Tunnel heißen. Foto: HPP

Schadowstraße 78 Ein halbes Jahr haben die Abrissarbeiten der Mauern aus dem Jahr 1961 gegenüber von Karstadt gedauert, nun sind sie abgeschlossen. Ein Erhalt des Gebäudes sei im Hinblick auf die künftige Nutzung aufgrund von „brandschutztechnischen Anforderungen“ nicht mehr möglich gewesen, teilt Investor Fay Projects (mit der Greyfield Group) mit. Er plant, noch in diesem Jahr mit ersten Arbeiten für den Bau samt bodentiefer Fenster für Einzelhandel (Erdgeschoss und erstes Obergeschoss) und Büros (zweites bis fünftes Obergeschoss) anzufangen und im dritten Quartal 2020 fertig zu werden.

 Der Abriss an der Schadowstraße 78 ist abgeschlossen, so soll das neue „Eckhaus“ aussehen.
Der Abriss an der Schadowstraße 78 ist abgeschlossen, so soll das neue „Eckhaus“ aussehen. Foto: FAY

Heinrich-Heine-Allee 20-22 In einer ersten Version war der Entwurf von HPP-Architekten im Auftrag von Investor „6B47“ in der Bezirksvertretung 1 durchgefallen. Zu viel 08/15 war das den Politikern. Eine überarbeitete Planung gefiel dann allerdings. Hauptmerkmale des siebengeschossigen Neubaus direkt neben der Oper sollen ein goldschimmerndes Dach sowie Geländer vor den bodentiefen Fenstern in gleicher Farbgebung sein. Oben springt das Gebäude zurück, sodass im fünften und sechsten Obergeschoss umlaufende Terrassen entstehen. Den Abriss plant der Investor nach eigenen Angaben für die erste Hälfte des nächsten Jahres. Die Bauarbeiten sollen 2022 abgeschlossen sein.

 So soll das Nachbargebäude zur Oper an der Heinrich-Heine-Allee einmal aussehen, mit goldschimmerndem Dach.
So soll das Nachbargebäude zur Oper an der Heinrich-Heine-Allee einmal aussehen, mit goldschimmerndem Dach. Foto: moka-studio

Königsallee 36 Die Bauarbeiten laufen. Investor Centrum, der auch den zweiten Teil des Kö-Bogens baut, will hier zwischen Prada und Juppen ein neues Büro- und vor allem Geschäftshaus mit 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. 2021 soll es fertig werden.

 So könnte das Haus an der Kö 36 aussehen, noch ist die Planung nicht abgeschlossen.
So könnte das Haus an der Kö 36 aussehen, noch ist die Planung nicht abgeschlossen. Foto: Centrum Gruppe