Düsseldorf: Basar für ungeliebte Geschenke

Düsseldorf: Basar für ungeliebte Geschenke

Ob Drogeriegutschein oder Raclettegerät — in der Johanneskirche erfreuen Überbleibsel von Weihnachten und bringen Geld für den guten Zweck.

Düsseldorf. Für Christa Pausen (62) aus Heerdt ist der erste Samstag im Januar grundsätzlich für einen besonderen Termin reserviert. Wie an vielen Wochenenden im Jahr geht sie ins Café in die Johanneskirche — allerdings nicht nur, um einen Tee zu trinken. Heute ist sie gekommen, um wie jedes Jahr auf dem Weihnachtsbasar zwischen ungeliebten Geschenken zu stöbern.

Stammgäste wie Christa Pausen kennt Caroline Smits (31), stellvertretende Leiterin des Cafés, mittlerweile einige. Seit über 15 Jahren gibt es den Basar nun schon — und jedes Mal sind Überraschungen dabei — wie ein Schlüpfer aus weißer Baumwolle. „Den Spender haben wir leider nicht gesehen — der Schlüpfer er wurde anonym abgegeben“, sagt Smits mit einem Augenzwinkern.

„Viele Spenden sind aber richtig viel wert“, sagt sie. Zum Beispiel eine echte Bernsteinkette oder eine Uhr mit eingebautem Pulsmessgerät und Schrittzähler. Küsterin Hermine Schuster hat sich über elektronische Geräte gefreut: ein Bartschneider, zwei Woks und ein Grillset waren dabei. „Auch ein Raclettegerät für zwei — diese Dinge können wir natürlich prima weiter verkaufen“, sagt sie. Anna Peters (26) aus Solingen ist zufällig vorbei gekommen und hat direkt zugegriffen. „Das Racelettegerät finde ich toll“, sagt sie. „Dass jemand so etwas nicht haben möchte — aber die Geschmäcker sind eben verschieden.“ Das findet auch Peter Wolfhang (72) aus Düsseldorf. Er ist besonders von den vielen Weinflaschen begeistert. „Eigentlich eine schöne Geschenkidee, aber eben total geschmacksabhängig und deshalb schwer zu verschenken.“

Dass man manchmal direkt zugreifen muss, weiß Heidrun Hertel (73) aus Erfahrung. Sie ist seit drei Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin im Café und hat schon das ein oder andere Teil für sich entdeckt. „Zum Beispiel eine Espresso-Maschine“, erinnert sie sich. „Auch bei einer hochwertigen Gymnastikrolle habe ich direkt zugegriffen.“ Über manche ungeliebten Geschenke ist die 73-Jährige verwundert. Zum Beispiel einen Drogeriemarkt-Gutschein. „Den kann doch jeder brauchen.“ Auch Besucherin Gitta Rosenblatt (60) kann sich bei manchen Geschenken nur wundern. Sie hat einen Bericht im Fernsehen gesehen und ist aus Voerde gekommen. „Ich fand die Idee mit dem Adventsmarkt so super, das musste ich mir ansehen“, sagt sie. Und es hat sich gelohnt. „Ich habe eine Bluse aus Samt gefunden — sie ist auf jeden Fall selbst genäht. Toll, dass es hier so einen Basar gibt.“