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Bank-Mitarbeiter räumte jahrelang Konten von  Senioren ab

Gericht : Bank-Mitarbeiter räumte jahrelang Konten von  Senioren ab

Der Schaden beträgt rund 300 000 Euro. Der 59-Jährige will alles zurück zahlen. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Ferdinand M. (Name geändert) hatte bei einer großen Düsseldorfer Bank eine besondere Vertrauensposition. Er kümmerte sich um betuchte ältere Kunden, die ihr Geld nicht mehr selbst am Schalter abholen wollten. Über Jahre hatte der 59-Jährige seine Position missbraucht. Insgesamt soll ein Schaden von 300 000 Euro entstanden sein. Am Freitag musste er sich wegen Untreue vor dem Landgericht verantworten.

In dem Fall ging es um eine zuletzt 90 Jahre alte Frau, die der Bankmitarbeiter betreute. Wenn die Rentnerin Geld abheben wollte, kam sie persönlich zu Ferdinand M., der dann die Quittungen ausfüllte. Wenn die Seniorin 500 Euro mitnehmen wollte, füllte der 59-Jährige eine Auszahlungsanweisung von 5000 Euro aus und hielt eine Null geschickt mit einem Finger zu. Dann ging er damit zu den Kollegen an der Kasse und ließ sich das Geld geben. Die bekamen im Nachhinein auch noch Einträge in die Personalakten, weil sie ihrem langjährigen Kollegen vertrauten und die Vorgänge nicht noch einmal prüften.

Mehrere Jahre blieb das unentdeckt. In 24 Fällen räumte Ferdinand M. das Konto der 90-Jährigen ab. Allein in diesem Fall entstand ein Schaden von mehr als 125 000 Euro. Der Bankmitarbeiter hatte aber noch weitere Kunden betrogen. Der Gesamtschaden beträgt knapp 300 000 Euro.

Ferdinand M. legte ein volles Geständnis ab. Sein „maßlos übertriebener Lebensstil“ habe ihn in eine finanziell aussichtslose Lage gebracht. „Das war mein Ersatzventil“, sagte der Angeklagte, der sich wegen seiner schweren Hörbehinderung immer benachteiligt fühlte. Von dem Geld wurden die Führerscheine seiner drei Kinder, Autos und Urlaubsreisen finanziert. Die Familie ahnte nichts davon. Der Banker hatte behauptet, erfolgreich mit Aktien spekuliert zu haben.

Der 59-Jährige will den gesamten Schaden ersetzen und hat auch schon einen Finanzplan dafür vorgelegt. So kam er am Ende mit einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung davon.