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Auszeichnung: Mutiger Einsatz für Gerechtigkeit

Auszeichnung: Mutiger Einsatz für Gerechtigkeit

Zum 16. Mal wurden couragierte Bürger von der Stadt für ihr mutiges Handeln in gefährlichen Situationen ausgezeichnet.

Düsseldorf. Eine Frau wird auf offener Straße angegriffen, ein Freund wird von zwei Jugendlichen zusammengeschlagen, Einbrecher machen sich an der Wohnung des Nachbarn zu schaffen. Situationen wie diese erfordern couragiertes Handeln. Den Mut dazu bringen aber leider nur Wenige auf.

Sieben Düsseldorfer haben in diesen sowie weiteren brenzligen Situationen eingegriffen und damit anderen Menschen, ungeachtet der möglichen persönlichen Konsequenzen, selbstlos geholfen. Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat gestern die mutigen Helfer mit der silbernen Ehrennadel der Aktion "Düsseldorfer Courage" ausgezeichnet.

Noch viele Monate lang wird Stefan Piecuch (40) die Folgen seines Handelns spüren. Im Mai diesen Jahres sieht der Urdenbacher, wie sein Freund, ein Polizist in zivil, von zwei jungen Männern geschlagen wird. "Ohne viel zu überlegen bin ich dann hin, um zu helfen", sagt Piecuch. In einem Moment der Unachtsamkeit wird auch er zum Opfer: Nach einem gezielten Tritt gegen sein Bein erleidet er einen Trümmerbruch. Zwei Operationen sind notwendig, sechs Monate lang kann er nicht arbeiten, ständig muss er das Bein trainieren, damit es irgendwann einmal wieder so "funktioniert" wie vorher.

Neben den körperlichen Spuren bleiben die seelischen Narben, die der brutale Überfall bei ihm hinterlassen hat. "Trotzdem würde ich wieder helfen, auch wenn das Opfer kein Freund von mir ist." Die Täter wird er im Januar vor Gericht treffen. Auf eine persönliche Entschuldigung von ihnen wartet er bis heute vergeblich.

"Von Weitem habe ich gedacht, dass es ein streitenden Pärchen ist", erzählt Vlatko Subasic (36). Als er sich im Mai mit seinem Taxi dem vermeintlichen Pärchen auf der Graf-Adolf-Straße nährt, sieht er jedoch, dass der Mann die 25-jährige Frau überfällt. Sofort hält er an und kann den Täter vertreiben. Andere Autos fahren einfach vorbei. "Wenn Unrecht geschieht, muss man doch eingreifen", sagt der gebürtige Kroate. Zu helfen ist für ihn selbstverständlich. Er ist es auch, der den Täter nur wenige Minuten nach der Tat wiedererkennt und sofort die Polizei alarmiert, die den Mann daraufhin festnehmen kann.

Emilie Klabuhn (71) bügelt wie immer ihre Wäsche vor dem Fenster, als sie mittags fremde Männer vor dem Nachbarhaus sieht. "Die wohnen da doch gar nicht", denkt sich Klabuhn und ruft ihren Mann Artur. Dann sehen sie, wie fremde Männer in die Wohnung gehen. Schnell alarmieren sie die Polizei, die die Täter noch am Tatort stellen kann.