Ausstellung zu 100 Jahren Frauenwahlrecht in Düsseldorf

Ausstellung : Ausstellung zu 100 Jahren Frauenwahlrecht in Düsseldorfer Rathaus

16 Tafeln schildern die Geschichte der Frauenrechte bis heute. Eröffnet wurde die Ausstellung von Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke im Rathaus.

„Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht.“ Mit diesen bekannten Worten aus Berthold Brechts „Die Moritat von Mackie Messer“ — die 2015 auch die Toten Hosen schon musikalisch interpretierten — eröffnet die Schauspielerin und Sängerin Tirzah Haase den Abend. Einen Abend, an dem es um die Frau geht. Um die Geschichte der Frau, um die Mobilisierung der Frau in Vereinen und um den Kampf von Frauenrechte. „Frauen haben Recht(e)“ ist nicht nur das Motto des Abends, sondern auch Titel der Ausstellung im Rathaus, in der das Jubiläum zu 100 Jahren deutschem Frauenwahlrecht zelebriert und thematisiert wird.

Gefeiert wurde auch am Dienstagabend mit rund 100 Gästen im alten Rathaus. Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke sprach zu den Besuchern und las in chronologischer Reihenfolge die Meilensteine der Frauenrechte in Deutschland vor. Unter anderem erwähnte sie folgende Punkte auf kommunaler Ebene in Düsseldorf: „1977: Gründung von dem Verein Frauen helfen Frauen e.V., 1986: Gründung eines Gleichstellungsbüros und 1994: Marlies Smeets als erste Düsseldorfer Bürgermeisterin.“ Klaudia Zepuntke lobte auch den Frauentag in Düsseldorf, der mit rund 700 Teilnehmern schon an seine Kapazitätsgrenze stößt. „Irgendwann müssen wir wohl doch in den ISS Dome“.

Nicht gegen die Männer, sondern mit ihnen für Gleichberechtigung

Mit den Worten „Frauenrechte sind Menschenrechte“ eröffnete die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Elisabeth Wilfart ihre Rede und nahm dabei Bezug auf die französische Revolution. „Freiheit, Gleicheit, Brüderlichkeit. Eigentlich sollte da auch Schwesterlichkeit sein.“ Sie thematisierte aber nicht nur die Vergangenheit, sondern sprach auch über aktuelle Zahlen und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf. „Der Bundestag hat die schlechteste Frauenquote seit 20 Jahren, der NRW Landtag liegt sogar noch darunter mit nur 27 Prozent. Den Kampf, den wir führen müssen, ist kein Kampf der Geschlechter, sondern ein Kampf der Geschlechtergerechtigkeit. Ein klarer Unterschied.“ Lauter Beifall.

Die Ausstellung ist vom 7. November bis 30. November im Rathaus zu sehen. Zusammen mit dem Stadtarchiv und dem Katasteramt der Stadt Düsseldorf wurden 16 Tafeln mit Überblick auf die Entwicklung der Frauen(rechte) auf nationaler und internationaler Ebene aufgestellt. Neu zur letzten Ausstellung — die vor 10 Jahren zum 90. Jahrestag des Frauenwahlrechts stattfand — ist eine Medienstation, an der die Besucher sich Interviews von vier prägenden Frauen der Stadt Düsseldorf anhören können. Für Besucher, die die Historie der Frauen in Düsseldorf in einem Sparziergang durch die Stadt erleben wollen, liegt ein Stadtplan für „Frauenwege in Düsseldorf“ im Foyer des Rathaus aus. Die Ausstellung ist kostenfrei und zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Rathauses besuchbar. Noch mehr Informationen gibt es hier.

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