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Ausstellung: Schön war’s - Adieu Russland

Ausstellung: Schön war’s - Adieu Russland

„Bonjour Russland“ ist beendet. Das Museum meldet den Rekordbesuch von 256000 Gästen.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Nun ist sie vorbei, die Superschau "Bonjour Russland", die erfolgreichste Ausstellung in der Geschichte des museum kunst palast am Ehrenhof. 7300 Gäste waren es allein am Samstag, die in langen Schlangen stoisch in der Kälte standen und auf den Einlass warteten. Insgesamt kamen rund 256 000 Besucher aus Deutschland, den Benelux-Ländern, Frankreich und England, wo nun doch die nächste Station für die 126 Bilder sein wird.

Besucherinnen brachten sogar ihr Opernglas mit

Was die Wachleute am meisten wunderte, beschrieb einer von ihnen am Samstag so: "Es gibt hier keine schlechte Laune. Es ist wie in der Nacht der Museen. Man ist froh, dabei zu sein." Wulf Aschenborn gehörte zum Team der Kunsthistoriker, die in dreieinhalb Monaten 3500 Führungen absolvierten. Sein Rückblick klingt kurios: "Die Leute kamen bis zu sechs Mal wieder. Man kannte sich schon. Die Damen brachten beim wiederholten Besuch sogar Operngläser mit, um alle Details bei Renoir genau zu beäugen. Es gab eine große Neugier."

Kunstfans hatten beizeiten ihr Lieblingsbild. Es war nicht der Tanz von Matisse, der Sphärengesang von Kandinsky oder die schwebende Geliebte von Chagall, sondern der furiose Farbenwirbel der "Tanzenden Bäuerin" von Filipp Maljawin, einem bis dahin in Deutschland unbekannten Maler. Mira Parthasarathy wirkte selbst bei der letzten Führung noch begeistert: "Das Bild ist so explosiv. Dass es von einem Russen gemalt ist, hat viele Leute überrascht."

Auch das amüsanteste Bild hatten die Besucher bald auserkoren. Karina Müller etwa vergleicht das groteske Heldenbild zweier halbnackter Athleten zwischen Klavier und Blümchendecke von Ilja Maschkow mit den "beiden Klitschko-Brüdern."

Glasig schaute gestern die Mannschaft im Museums-Shop aus den Augen. Stefanie Roos erklärte die Müdigkeit: "Wir waren morgens um 9 Uhr die ersten und abends nach Ausstellungsende die letzten im Haus. Wir mussten den Nachschub in den Regalen besorgen." Das Team verkaufte 20 000 Kataloge, über 100 000 Postkarten und fast 3500 Poster. DVD-Filme, Kalender, Plakate von Chagall und Matisse waren vergriffen.

Bei einem derartigen Massenansturm blieb Kritik nicht aus. Sie galt den fehlenden Hinweisschildern. "Da muss man ein Doppelstudium haben, um zu begreifen, wo es lang geht", wetterte ein Gast.