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Ausstellung: Herausforderung Deutsch fängt bei den Buchstaben an

Ausstellung: Herausforderung Deutsch fängt bei den Buchstaben an

Eine Ausstellung im Rathaus beschäftigt sich mit der Frage, wie schwierig es ist, neue Schriftzeichen zu lernen.

Düsseldorf. Steuergelder werden für Integrationskurse, Sprachschulungen oder berufliche Integration ausgegeben. Aber wie erfolgreich sind die Konzepte? Dieser Frage geht eine Ausstellung nach, die bis Freitag im Rathaus am Marktplatz 2 zu sehen ist. Die Schau veranschaulicht und hinterfragt Unterrichtsinhalte und Prüfungsthemen. Und sie betont die kulturellen Unterschiede. Dabei geht es unter anderem darum, wie Menschen eine Sprache lernen, wenn sie die Schriftzeichen, die Buchstaben aus ihrer Sprache nicht kennen. Das bedeutet zu einem guten Teil, dass man Schreiben und Lesen noch einmal neu lernt. Initiatorin ist Maria Diederichs, ehemals Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe, die mit der Ausstellung einen Einblick in die Flüchtlingshilfe geben will.

Die Ausstellung solle sensibilisieren für die Herausforderung einer speziellen Zielgruppe, die die deutsche Sprache lernen wolle, sagt Helma Wassenhoven, Leiterin des Referates Ehrenamt bei der Stadt Düsseldorf. Der Bildungsstand von Zugewanderten reiche von nicht alphabetisierten oder nicht in der lateinischen Schrift alphabetisierten Personen bis zur universitären Bildung. „Die Ausstellung im Rathaus beschäftigt sich mit jenen Menschen, die entweder keine Schriftsprache beherrschen oder in einem anderen Sprachsystem alphabetisiert worden sind“, sagt Wassenhoven.

Mit gemalten Bildern der Jugendlichen und Erwachsenen möchte Kuratorin Maria Diederichs zeigen, welche Herausforderung das Lernen der deutschen Sprache für Geflüchtete und auch für die Lehrer mit sich bringt. Die Bilder werden mit kurzen Texten erklärt.

Zum Hintergrund: Neben den Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, die aus einem Anteil Sprache sowie einem Anteil Orientierung bestehen, gibt es in Düsseldorf zahlreiche weitere Angebote. Insgesamt gibt es 21 zugelassene Integrationskursträger, bei denen es im vergangenen Jahr rund 2500 Kurseintritte gab. Knapp 300 Kurse wurden neu begonnen.

Die Ausstellung mit dem Titel „Alphabetisierungs-Kunst“ ist bis zum 22. Juni täglich von 9 bis 18 Uhr im neuen Teil des Rathauses geöffnet.