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Ausschüttung: Messe muss Stadt Düsseldorf 18,9 Millionen Euro abgeben

Messe Düsseldorf : Trotz und wegen Corona: Messe „blutet“ für die Stadt

Vom hohen Gewinn 2019 fließen 19 Millionen Euro an die Stadt. Weil die selbst in Finanznöten steckt.

Wenn Unternehmen ihre Jahresbilanzen vorlegen, können die sich durchaus krass von der gegenwärtigen Lage unterscheiden. So geschehen gerade bei der Messe Düsseldorf. Mitten in der akuten Corona-Krise mit vielen ausgefallenen Messeveranstaltungen legt der – im Juni nach 17 Jahren an der Spitze – in den Ruhestand tretende Werner Dornscheidt brillante Zahlen vor: Im messestarken Jahr 2019 erhöhte sich der Umsatz gegenüber 2018 um 84,5 auf 378,5 Millionen Euro (ein Plus von fast  29 Prozent). Vor allem aber bescherte es auch einen üppigen Gewinn nach Steuern von 56,6 Millionen Euro (Vorjahr: 24,3 Millionen Euro).

„Wir haben 2019 äußert profitabel gewirtschaftet, verfügen über eine ausreichende Liquidität und ein hohes Eigenkapital“, freut sich Dornscheidt, „mit diesen Sicherheiten im Rücken werden wir die aktuelle Krise überstehen und den Aufschwung nach Corona nachhaltig gestalten können.“ Allerdings waren diese Zahlen auch eine sehr willkommene Vorlage für Oberbürgermeister Thomas Geisel, der Messe den prozentual üblichen  Ausschüttungsanteil an die Stadt abzuknöpfen – macht 18,9 Millionen Euro. Geisel tat das sozusagen im Alleingang als größter Gesellschafter der Messe (die Stadt hält inklusive IDR 76,5 Prozent der Anteile) und hob so das Votum des Aufsichtsrates auf.  Der hatte mehrheitlich nur  eine Abgabe von 6,5 Millionen Euro an „Mutter“ Stadt abgesegnet. Der Grund: Die Messe erwarte durch die Coronakrise 2020 und auch 2021 erhebliche Verluste. Ein Szenario geht von 67 Millionen Euro Miesen aus – wohlgemerkt: wenn ab September wieder alle Messen laufen. Zudem trage die Messe Düsseldorf  – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Messen – alle Investitionen in das Messegelände selbst.

Allerdings ist ebenso unstrittig, dass nun auch die Stadt wegen Corona in Geldnöten steckt. Ein drastischer Steuereinbruch bei steigenden Ausgaben sorgt für ein Liquiditätsproblem. In dieser Situation könne und müsse die Messe helfen, ist die Haltung von Geisel und den Ampel-Fraktionen. Am Ende verständigte sich Geisel mit dem Vorstand auch darauf.