Ausblick: Was das neue Jahr Düsseldorf bringt

Ausblick: Was das neue Jahr Düsseldorf bringt

Viele Baustellen werden fertig, dafür starten neue. Worauf wir uns freuen dürfen – und was wir noch erdulden müssen.

Düsseldorf. Viele Düsseldorfer haben es satt: Die Bauarbeiter haben die Innenstadt in ein Labyrinth aus Baugruben und gelben Warn-Baken verwandelt.

Vor allem die Baustellen für die Wehrhahn-Linie machen Autofahrern, Passanten und Anwohnern das Leben sauer. Dazu kommen die Gruben für die Sanierung der Altstadtkanäle und diverse Neubauten, etwa an Heine-Allee, Graf-Adolf- oder Schadowstraße. Was wird fertig? Was folgt? Düsseldorfs Bauplan:

Eine gute Nachricht gibt es für alle, die unter den Baustellen der Wehrhahn-Linie leiden: Ein paar Monate noch, dann ist das Gröbste überstanden. In der zweiten Jahreshälfte beginnt die Stadt damit, eine Baustelle nach der anderen abzuräumen. Denn wenn im Frühjahr die Tunnelbohrmaschine in Bilk ihre Fahrt unter der City aufnimmt, finden die meisten Arbeiten unterirdisch statt.

Oben kann der Verkehr gegen Ende des Jahres wieder weitgehend ohne Einschränkungen rollen. Nur drei Baustellen werden bleiben: die beiden Rampen in Bilk und am Wehrhahn sowie auf dem Corneliusplatz.

Endlich Stehplätze in der Arena: Für die Fortuna-Fans ist das mindestens so wichtig wie der Aufstieg. Maximal 9400 Stehplätze wird’s geben, umgerüstet werden Süd- und Nordtribüne ab Ende Mai - so dass schon in der nächsten Saison die Fans stehen. Kosten: 2,5 Millionen Euro.

An beiden Enden der Kö tut sich was: Der Jan-Wellem-Platz wird für die Libeskind-Bauten in eine gigantische Baugrube verwandelt. Gleichzeitig mit der Tiefgarage wird ein Teil des Autotunnels gebaut, der oberirdisch die Verlängerung der Kö in den Hofgarten ermöglicht. An der Ecke Kö/Graf-Adolf-Straße wächst nach den Plänen von Stararchitekt Christoph Ingenhoven das Haus Kö-Blick acht Etagen in die Höhe.

Achtung Autofahrer: An mehreren Stellen beginnt die Stadt große Bauprojekte, mit denen die Verkehrsinfrastruktur verbessert werden soll: An der Völklinger Straße startet der Bau des Überfliegers in die Plockstraße, im Linksrheinischen geht der Neubau der Brücke über die Pariser Straße los - und auch die langersehnte Verlängerung der Straßenbahn 701 zum Dome in Rath ist endlich in Sicht.

Wenn alles glatt läuft, steht auch hier der Baubeginn an. Staus rund ums Mörsenbroicher Ei drohen, wenn im Sommer der Nördliche Zubringer saniert wird - die Zufahrt zur A52 wird zwei Monate dicht gemacht.

Gut für die FH-Studenten: Im Frühjahr starten auf dem ehemaligen Schlössergelände in Derendorf die Bauarbeiten für einen neuen Campus der Fachhochschule. Der Abriss der alten Brauereianlagen hat bereits angefangen. Die Hochschule, bislang auf zwei Standorte verteilt, wird zusammengeführt. Stadtteil und Hochschule sollen vernetzt werden - durch die gemeinsame Nutzung von Gebäuden und kulturellen Angeboten.

Ein Vierteljahrhundert wurde geplant, Ende des Jahres soll das zweite Zentrum Operative Medizin (ZOM II) endlich eröffnet werden: Es ist das neue Herz der Uni-Klinik, die für 140 Millionen Euro eines der modernsten Krankenhausgebäude im Land bekommt - mehr als 20 000 Quadratmeter groß, Platz für sechs Kliniken, acht Operationssäle, die zentrale Notaufnahme, 288 Patientenbetten, zwei Intensivstationen und einen Landesplatz für Helikopter.

In der zweiten Hälfte des Jahres soll auch der Neubau der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät auf dem Uni-Campus fertig werden, das so genannte Oeconomicum. 40 Millionen Euro werden investiert. Für viele Studenten ebenfalls wichtig: Bis zum Sommer soll die U79-Verlängerung zur Uni fertig sein.

Schön sein: Das will der Medienhafen schon immer. 2010 macht er mit zwei Projekten "bella figura": Mit dem "Sign" stellt Wolkenkratzer-König Helmut Jahn das höchste Gebäude des Boomviertels fertig (76 Meter), ebenso startet das Fünf-Sterne-Hotel Hyatt (65 Meter, 303 Zimmer).

Eine Chance für Oberbilk wird im Frühjahr mit der Fertigstellung der neuen Gerichtsgebäude an der Werdener Straße wahr. 200 Richter und Angestellte sollen nebst Anwälten und Klienten Oberbilk schöne neue Geschäfte bescheren. Spätestens im Juni bezieht das Landeskriminalamt seine neue Bleibe an der Völklinger Straße. Rund 1000 Mitarbeiter werden dort nach nach Bösewichten fahnden.

Unter dem Strich steht die Erkenntnis: Auch wenn die Baustellen manchmal nerven - trotz Krise ist in Düsseldorf kein Stillstand in Sicht. Und das sind doch eigentlich gute Aussichten für 2010...

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