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Aus dem Häuschen: Verwirrung um Lauben

Aus dem Häuschen: Verwirrung um Lauben

Gartenhausstreit: Ob eine Genehmigung vorliegen muss oder nicht, ist Sache der jeweiligen Gemeinde.

Düsseldorf. Die Angst scheint umzugehen in dem Stockumer Wohnviertel. Sobald das Wörtchen Gartenhäuschen nur erwähnt wird, verstummen plötzlich jene, die eine solche Hütte ihr Eigen nennen. Ablehnende Gesten, Kopfschütteln, zugeschlagene Türen. Der Grund für ein solches Verhalten: Auch sie fürchten den Brief vom Bauaufsichtsamt, der den Abbau der Hütte verordnet. Andernfalls droht Geldstrafe in Höhe von 500Euro.

Wie die WZ berichtete hat ein solches Schreiben Martha Waaga erhalten. Seit sieben Jahren nutzt die Anwohnerin der Straße Am Heidhügel ihr Gartenhäuschen, um darin Fahrräder und Gartengeräte zu lagern. Nun soll es weg. Begründung des zuständigen Sachbearbeiters: Das Häuschen füge sich nicht in die Eigenart der näheren Umgebung ein.

"Dabei hatte ich vor sieben Jahren die mündliche Zusage eines Mitarbeiters der Bauaufsichtbekommen, dass das Gartenhaus keine Probleme bereiten würde", sagt Waaga und ergänzt: "Heute streitet der Mann diese Aussage allerdings ab. Außerdem hat er gesagt, dass die Stadt ohnehin bald viele Gartenhäuschen abreißen lassen will." Dieses mögliche Vorhaben allerdings will niemand bestätigen, bei der Stadt jedenfalls weiß man nichts davon.

Einer, der sich auskennt mit Gartenhäusern ist Frank Malek, Mitarbeiter des Bereichs Gartenbau im Bauhaus Gerresheim. "Es gibt so genannte Elemente-Häuser mit vorgefertigten Seitenwänden und Blockbohlen-Häuser, bei denen einzelne Bretter aufeinander gesteckt werden müssen." Zur ersten Kategorie gehören in der Regel kleinere Häuschen, die häufig als Abstellschuppen dienen, in Blockbohlen-Häusern finden hingegen auch Menschen problemlos Platz.

"Jährlich verkaufen wir etwa insgesamt 20 Gartenhäuser. Die größten liegen bei 3,80 mal 3,80 Metern." Zum Thema Genehmigung ja oder nein weiß der Fachmann: "Das fällt in Deutschland unter das Gemeinderecht. Jede Gemeinde kann selbst entscheiden, ob eine Genehmigung vorliegen muss." Fälle, in denen Käufer Probleme mit dem Bauaufsichtsamt bekommen haben, kennt er nicht. "Wo kein Kläger, da kein Richter", sagt Malek. "Dennoch empfehlen wir allen Kunden, einen Prospekt des gewünschten Gartenhauses bei der Stadt vorzulegen und individuell abzuklären, ob eine Genehmigung her muss."

Tatsächlich ist die Gesetzeslage verworren. "Solche Gartenhäuschen sind genehmigungsfrei, wenn sie weniger als 30 Quadratmeter Fläche in Anspruch nehmen", sagt Stadtsprecher Volker Paulat. Aber auch dann kann die Sache noch einen Haken haben. Paulat: "Generell dürfen Gartenhäuser nur dort aufgestellt werden, wo dies der jeweilige Bebauungsplan erlaubt."

Auch ein weiterer Aspekt muss beachtet werden. Wird das Haus direkt auf die Gartenwiese aufgesetzt, wird das wahrscheinlich keine Konsequenzen haben. Steht es dagegen auf einem betonierten Fundament, entscheiden die Gemeinden, ob eine Genehmigung erteilt wird.