Auf der Suche nach den Fledermäusen im Florapark

Auf der Suche nach den Fledermäusen im Florapark

Der Düsseldorfer Zauberkünstler Guido Hoehne ist großer Fan der Flugtiere und bietet humorige Führungen durch Parkanlagen an.

Fällt der Begriff „Fledermaus“, verbinden die meisten Menschen damit negative Assoziationen. Vor allem der Mythos von den „blutsaugenden Vampiren“ ist allgegenwärtig. Guido Hoehne möchte mit diesem Vorurteil aufräumen. Der Düsseldorfer Comedy- und Zauberkünstler bietet ab heute Fledermausführungen im Florapark und Volksgarten an.

Fledermäuse in Düsseldorf? Die gibt es doch gar nicht. Möchte man meinen, aber Hoehne klärt auf: „Wir haben jede Menge Fledermäuse in unserer Stadt.“ Allein bis zu 17 verschiedene Arten tummeln sich im Stadtgebiet. Sie nisten in Baumöffnungen, aber auch unter Dachziegeln und anderen Spalten. „Und ich bin mir sicher, dass viele Leute bereits Fledermäuse gesehen haben, ohne es wirklich zu merken“, meint Hoehne.

Der Grund dafür sei ganz einfach. „Im Gegensatz zu Tauben bewegen sich Fledermäuse nicht geradlinig, sondern im zickzack. Das ist für das menschliche Auge gerade bei Dämmerung oder leichter Dunkelheit nicht so einfach zu erkennen.“

Bereits seit vielen Jahren ist der gebürtige Düsseldorfer mit den Flugtieren verbunden. Seit mehr als 20 Jahren spielt er in seinem mobilen Kinder-Zauber-Theater den Vampir Tiberius Schlabberzahn, der stadtweit Kultstatus genießt und zugleich seine Fledermausleidenschaft so richtig entfacht hat. „Bei meinen Auftritten wurde ich immer wieder von Kindern gefragt, was Fledermäuse eigentlich machen würden. Als ich darauf keine schlaue Antwort wusste, habe ich mir ein Fachbuch gekauft und es auf Anhieb verschlungen“, erinnert er sich.

Die Faszination ging sogar so weit, dass er sich 2014 zum Fledermausbotschafter ausbilden ließ. „Meine Aufgabe ist es, das Bild der Fledermaus gerade zu rücken“, betont er. Ein Mittel dafür sind die eingangs erwähnten Führungen.

Bereits im vergangenen Jahr bot er die speziellen Touren an. Damals konnten wetterbedingt allerdings nur zwei stattfinden. „Dennoch kamen zu diesen beiden Terminen jeweils über 100 Teilnehmer. Das zeigt mir, dass das Interesse auf jeden Fall vorhanden ist“, sagt er.

Vielleicht liegt ja in der Vortragsweise sein Erfolgsgeheimnis. Ausgestattet mit Taschenlampe, Gummi-Fledermäusen und einem Schalldetektor, der die Geräusche der Fledermäuse erst hörbar macht, referiert er auf humorige Art und Weise über die Geheimnisse der Flugtiere und fördert dabei so manch Überraschendes zutage. So gibt es zum Beispiel lediglich in Südamerika zwei Arten, die sich von Blut ernähren. „Zudem hat jede Fledermaus-Art seine eigene Ton-Frequenz, weshalb ich mithilfe meines Detektors ganz genau sagen kann, welche Art im Park unterwegs ist“, erläutert er.

Wenn man dem 45-Jährigen so zuhört, merkt man schnell, dass es sich um eine Herzensangelegenheit handelt. „Ich möchte vor allem den Kindern spielerisch etwas beibringen“, sagt er. Und dadurch Vorurteile aus dem Weg räumen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung