Auf den Spuren von Pina Bausch durch die sizilianische Metropole Palermo

Auf den Spuren von Pina Bausch durch die sizilianische Metropole Palermo

Das Stadtmuseum zeigt eine Ausstellung mit Fotokünstlern aus Italien.

Es wäre doch gelacht, wenn nicht in den nächsten Jahren die Manifesta in Düsseldorf oder zumindest das Ruhrgebiet stattfindet. Diese nomadisierende Biennale für zeitgenössische Kunst ist berühmt. Sie gastiert derzeit in Palermo. Unter dem Motto „Position Palermo Palermo“ bat jetzt Susanne Anna vom Stadtmuseum zur Vernissage. 500 Gäste stürmten die Schau. Das Buffet des Ratsherrn und Gastronom Giuseppe Saitta war nach den ersten 30 Minuten verspeist. Manifesta-Chefin Hedwig Fijen wie Oberbürgermeister Thomas Geisel feierten tüchtig mit.

Die Ausstellung selbst, die Susanne Anna mit Michael Kortländer und Alessandro Pinto vom Verein Düsseldorf-Palermo kuratiert hat, basiert vorwiegend auf Fotografie. Den Titel leiht sie sich von der verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch, die 1990 mit ihrer Truppe auftrat, nachdem sich die Tänzer an den verschiedenen Orten der Stadt umgeschaut und ihre Beobachtungen in Bewegungen übertragen hatten. Das ist auch die Idee der Kuratoren. Sie bieten kein einheitliches Bild, sondern eine Collage.

Als großes erzählerisches Talent erweist sich Fabio Sgroi, wenn er den Blick auf die knieenden und sitzenden Leute beim Open-Air-Gottesdienst fotografiert, aber den Wächter mit ins Bild nimmt, der eigentlich mit seinem Fingerzeig das Foto verhindern will.

Palermo scheint eine Stadt zu sein, die zwischen Kitsch und Kunst, Chaos und Form angesiedelt ist. Roberta Mazzola präsentiert den nackten Oberkörper einer schönen, schlanken Frau und drapiert ihn mit einem glibberigen Oktopus. Damit spielt sie das Sex-Symbol genüsslich aus. Zugleich collagiert sie aber auch neckische barocke Putten.

Wie ein Flaneur fängt José Florentino die Reize der Stadt ein, beobachtet die Lichter und Schatten, die Architektur und die Körper der Massen. Es gibt in der Runde auch eine Michela Palermo, die tatsächlich so heißt. Sie ist auf der Suche nach der gertenschlanken Grazie hinter dem Tüllvorhang. Sie liebt das Unscharfe, das schmutzige Schwarz-Weiß. Sie druckt ihre Ergebnisse auf einfachen Papierblättern aus.

Nicht ohne Stolz verkündet Susanne Anna als Hausherrin, sie habe schon 2004 mit ihrem Museum an der Manifesta in San Sebastian teilgenommen. Ihre neuen Nachrichten: Sie wird die aktuelle Schau als Wanderausstellung ins Museo Civico nach Palermo schicken. Sie plane aber auch eine große Wanderausstellung über Migration im nächsten Jahr in Palermo und Haifa.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr (bis Ende Dezember). Ort: Stadtmuseum, Berger Allee 2. Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro, ab 17 Uhr gratis.