Auch in der Halle nicht zu schlagen

Auch in der Halle nicht zu schlagen

Der DSD hat einen wahrlich goldenen Jahrgang beisammen. Erneut wurden die A-Knaben Hockey-Meister.

Gerade einmal vier Monate ist es her, dass die Knaben A des DSD Düsseldorf Historisches vollbrachten und auf der eigenen Anlage den ersten Deutschen Meistertitel in der Vereinsgeschichte des DSD holten. Offensichtlich sind sie dabei auf den Geschmack gekommen. Denn nun wiederholten sie das Kunststück und konnten in Nürnberg bei der Finalrunde in einem an Spannung kaum zu überbietenden Finale auch den begehrten blauen Wimpel des Hallenmeisters in Empfang nehmen. Die jungen Düsseldorfer schafften somit das sensationelle Double und avancieren damit aktuell zum disziplinübergreifend erfolgreichsten Jugendteam der Landeshauptstadt.

Dabei hatte DSD-Trainer Holger Muth nicht mal seinen besten Kader am Start. Konrad Reents fehlte, zudem griffen in Ben Marquardsen und Niclas Schickenberg zwei weitere Leistungsträger beim Abschlusstraining nach zehntägiger Krankheit erstmalig wieder zum Hockeyschläger. In der Zeit davor erwischte es den Rest des Teams, so dass seit knapp vier Wochen kein reguläres Training mehr stattfinden konnte. Bei aller spielerischen Qualität im Team war man also entsprechend zurückhaltend in den Erwartungen. Einen zweiten Dämpfer erhielten die DSD-Jungs dann beim Betreten der Halle. Der Hallenboden war extrem elastisch und die Bälle versprangen in einer Tour, quasi Gift für die Grafenberger, die sehr über die spielerische Linie ihr Spiel aufziehen.

Und da wartete zum Auftakt im Münchner SC auch noch direkt der vermeintlich härteste Widersacher. Immerhin waren die Bayern der Finalgegner des DSD aus der Feldsaison. Doch ein 3:1-Sieg später war die Laune bei den Düsseldorfer prächtig. Es folgten ein 2:1 gegen den UHC Hamburg (2:1) und ein 3:1 gegen den Club an der Alster (3:1), so dass der DSD locker ins Halbfinale einzog.

Dort wartete zunächst der Berliner SC, gegen den die ansonsten starke Abwehr um Torwart Constantin Könches erstmals doppelt patzte, so dass der DSD trotz sonst guter Leistung zur Pause mit 1:3 zurücklag. Erst mit der Schlussecke trafen die Grafenberger noch zum Ausgleich und retteten sich ins Penaltyschießen, bei dem der DSD mit 2:1 die Oberhand behielt. Die Freude war riesig, konnte zu dem Zeitpunkt ja auch noch keiner ahnen, dass es im Finale noch dramatischer zugehen würde. Hier traf der DSD nicht ganz unerwartet auf den TSV Mannheim, der in der Vorrunde ebenfalls mit drei Siegen aus drei Spielen aufwartete und im anderen Halbfinale mit 1:0 gegen UHC Hamburg die Oberhand behalten hatte.

Warum, zeigte sich im Finale, in dem die Mannheimer durch leidenschaftliches Defensivhockey zu überzeugen wussten. Vom Anstoß an aber spielte der DSD souverän, erarbeitete sich die Spielhoheit und erzielte folgerichtig durch eine von Ben Marquardsen verwandelte Strafecke das 1:0. In der zweiten Halbzeit kam Mannheim dann lediglich einmal gefährlich vor den Kasten der Düsseldorfer, erzielte aber prompt das 1:1. Also ging es wieder ins Penalty-Schießen.

Die Schützen waren in Kapitän Lukas Muth, Jan Liebau und Ben Marquardsen dieselben wie im Halbfinale, doch es wurde noch spannender. Nach sechs Versuchen stand es 2:2. Die Nerven waren bei Spielern, Trainern und Zuschauern, aber auch bei den zahlreichen Fans, die das Spiel per Livestream zuhause verfolgten, zum Zerreißen gespannt. Erst mit dem 18. Penalty kam die Erlösung: Jan Liebau tunnelte den Mannheimer Keeper, und der nächste Titel war perfekt.

Danach herrschte einfach nur noch grenzenloser Jubel über das kleine Wunder, gerade mit dem DSD — einem in der Phalanx der großen deutschen Hockeyclubs ja eher unbedeutendem Verein — das Double geschafft zu haben. Am Abend wurden sie dann am Vereinsheim des DSD empfangen. Mehrere hundert Fans bereiteten den Jungs mit mitgebrachten Fackeln einen triumphalen Empfang. Denn die goldene Generation hat nicht nur Vereinsgeschichte geschrieben.