Rosenmontag: ARD-Wettermann: "Absage Düsseldorf - für mich ein Rätsel"

Rosenmontag: ARD-Wettermann: "Absage Düsseldorf - für mich ein Rätsel"

Düsseldorf. Sind die Rosenmontagszüge zurecht wegen Sturms abgesagt worden? Die Meteorologen sind sich nicht einig. ARD-Wettermann Karsten Schwanke kritisierte die Düsseldorfer Entscheidung: „Absage #Düsseldorf - für mich ein Rätsel“, schrieb er am Montag auf Twitter.

Die stärksten Böen seien schließlich erst am Nachmittag oder Abend zu erwarten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verwies darauf, dass die Ausgangslage für Köln und Düsseldorf unterschiedlich sei: „Köln ist durch die Eifel geschützt“, sagte DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel am Montag in Offenbach. Die Absage des Mainzer Rosenmontagsumzugs - dort wurden Böen der Windstärke 10 mit bis zu 100 Stundenkilometern vorausgesagt - hielt Kirchhübel für gerechtfertigt.

Wetter-Fachmann Jörg Kachelmann schlug eher warnende Töne an. Es gebe zwar eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass alles gut gehe, aber eben auch das Risiko eines „Tornados in Düsseldorf mit Toten“. Damit steht für Kachelmann fest: „Für die Durchführung braucht man bei dieser Ausgangslage sehr viel Gottvertrauen oder die Überzeugung: Et hätt noch immer jot jejange.“

Enttäuschung, Verständnis, aber auch wilde Verschwörungstheorien - die Absage des Rosenmontagszugs in Mainz hat in den sozialen Netzwerken ein breites Spektrum von Reaktionen ausgelöst.

„Tut mir vor allem Leid für die vielen Leute, die so viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung gesteckt haben, von den Kosten ganz zu schweigen ...... aber die Sicherheit aller geht vor“, schreibt eine Besucherin auf der Facebook-Seite der Stadt Mainz. Und ein anderer erklärt: „Mein Kompliment an die verantwortlichen „Narren“: Diese Entscheidung tut bestimmt sehr weh, aber sie ist richtig.“

Doch nicht alle zeigen so viel Verständnis. „Alles kann um ein paar Stunden verschoben werden oder auch 1 Stunde vorab abgesagt werden.....nur nie die Karnevalsumzüge..... Erbärmliche Planung sowas....“, schreibt ein Kritiker.

Andere zweifeln gar, dass das Wetter der eigentliche Grund für die Absage ist. „Na so ein passender Zufall aber auch“, heißt es im Kommentar eines Besuchers. „Wenn man den Umzug aus Terrorangst abgesagt hätte, wäre der öffentliche Unmut wieder groß gewesen. So kann man jetzt schön das Wetter als Ausrede nehmen und alle akzeptieren es.“ Der Sprecher des Mainzer Carneval-Vereins, Michael Bonewitz, stellte klar: „Es gab in unserer Entscheidungsphase keine Terrorwarnung, es sind auch keine Aliens gelandet.“

Im Kurznachrichtendienst Twitter wurden unter dem Hashtag #Lügenwetter verschiedene Theorien über angeblich tatsächliche Gründe für die Absagen der Karnevalsumzüge gemacht, die nichts mit dem Wetter zu tun haben, und verschiedene Verantwortliche benannt. (dpa)

Meteorologen sind sich uneins über die Absage

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