Düsseldorf: Aquazoo: Grünes Licht für Mehrkosten

Düsseldorf : Aquazoo: Grünes Licht für Mehrkosten

Politiker im Bauausschuss schauten sich erst die Baustelle an — und stimmten dann ab.

Düsseldorf. Aufatmen bei den Verantwortlichen vom Aquazoo. Der Bauausschuss im Rathaus hat am Dienstag den Mehrkosten zugestimmt. Die Sanierungsarbeiten können also wie geplant weitergehen. Wie die WZ berichtete, wird der Umbau nochmal teurer. Die Mitte 2013 veranschlagten 12,9 Millionen Euro wurden schon zwei Jahre später auf 15,5 Millionen nach oben korrigiert. Dienstag genehmigten die Politiker einstimmig einen weiteren Aufschlag — jetzt werden 18,8 Millionen fällig.

Dass das Geld auch wirklich nötig ist, davon hatten sich die Fachleute der Fraktionen vorher vor Ort informiert. Die stellvertretende Leiterin des Zoos, Sara Honigs, führte die Gruppe durch das Haus — und erklärte dabei die Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen hat.

Beispiel Riffscheibe: Die Fensterscheibe, die einem Halbkreis den Blick auf ein Riff mitsamt der dort wohnenden Lebewesen freigibt, war beim Bau des Aquazoos vor 30 Jahren durch das seinerzeit noch offene Dach transportiert worden. Zunächst dachte man, man könne das bisherige Glas weiterverwenden. Inzwischen stellte sich heraus: Es muss ein neues her. Transport und Einbau sind extrem aufwendig. Allein diese eine Scheibe kostet 150 000 Euro — und an einer anderen Stelle wird auch noch ein weiteres gebraucht.

Beeindruckend war auch der Blick in den Filterkeller (wo das Salzwasser aufbereitet wird), wo sich auch die Technikzentrale befindet. Dort werden jetzt viele Teile aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt, die früher aus Metall waren. Allerdings gelangten Schwermetalle durch Korrosion ins Wasser — mit schlimmen Folgen für manche Tiere. Erst nach einer ganzen Weile merkte man, dass unerwartet verstorbene Tiere Schwermetallanreicherungen im Körper hatten. „Wir lernen ja und wollen solche Fehler nicht wiederholen“, erklärte Honigs.

Ebenfalls völlig neu und in der Installation sehr aufwendig ist das Lüftungssystem. Honigs: „Die soll Schimmelbildung verhindern, damit hatten wir früher große Probleme.“

Die Wiedereröffnung ist nun für den März 2017 geplant. Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit dem großen Pottwalskelett, das derzeit eingehaust im Aquazoo auf die Rückkehr ins Entrée wartet. „Es ist das größte und kostbarste Exponat, das wir haben“, erklärt Sara Honigs.

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