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Aquazoo-Ausbau liegt auf Eis

Aquazoo-Ausbau liegt auf Eis

Finanzen: Es soll lediglich Geld in die Instandhaltung fließen.

Düsseldorf. Längst überfällige Renovierungsarbeiten und sinkende Besucherzahlen - der Aquazoo muss dringend aufgepeppt werden. Eigentlich sollte 2010 sogar ein Erweiterungsbau her, 30 Millionen Euro schienen dafür so gut wie sicher - doch daraus wird erst mal nichts.

Wie Kulturdezernent Hans-Georg Lohe auf der Mitgliederversammlung des Freundeskreises Löbbecke-Museum und Aquazoo mitteilte, müsse der Erweiterungsbau ob der finanziellen Rahmenbedingungen geschoben werden. "Wir erwarten in den kommenden zwei Jahren Mindereinnahmen von 410 Millionen Euro."

Die Mitglieder sind enttäuscht: "Dieses Projekt muss doch Priorität haben. Der Aquazoo ist ein Aushängeschild für Düsseldorf und international bekannt", ereifert sich Ursula Dietrich, die schon seit 35 Jahren Mitglied des Fördervereins ist. Erika Proebst befürchtet gar, "dass der Zoo kaputt geht."

Unabhängig vom Erweiterungsbau wird die Stadt allerdings in notwendige Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten investieren, was die Mitglieder wiederum milde stimmte: So sollen mehrere Millionen Euro in Dach, Bodenbelag, Fenster, Anstrich, Tapeten, neue Fliesen und Beleuchtung gesteckt werden.

Dazu will die Stadt für die optische Attraktivitätssteigerung Geld geben, verspricht Lohe. Die Konkurrenz im Umland ist schließlich groß: Wuppertal, Köln, Krefeld, Duisburg, Oberhausen und Gelsenkirchen warten mit Aqua-Attraktionen auf. "Wir hinken zurzeit in Düsseldorf hinterher, die Besucherzahlen liegen nicht mehr über, sondern unter einer halben Million", sagt Wolfgang Gettmann, Leiter des Aquazoos.

Nun sollen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kleinere Projekte für große Wirkung sorgen: Der Förderverein stellt zusätzlich 1,5 Millionen Euro, zum Teil aus einer Erbschaft, für die Neugestaltung des alten Robbengeheges zur Verfügung. Wolfgang Gettmann verspricht: "Wir wollen für das Gehege eine Tierart nach Düsseldorf holen, die es bislang in keinem deutschen Zoo zu sehen gibt."