Anwohner sorgen sich um Freizeitpark

Anwohner sorgen sich um Freizeitpark

Bisher wurde stets aufgeräumt, jetzt bleibt das Tor der Anlage einfach offen.

Düsseldorf. An einem der beliebtesten Ausflugsziele für Familien und wichtigen Treffpunkt für Kinder und Jugendliche im linksrheinischen Düsseldorf bleibt ab sofort einfach die Tür offen stehen. Das Gartenamt hat sich seit Beginn der Woche vollständig aus der Betreuung des Freizeitparks Heerdt an der Heerdter Landstraße zurückgezogen.

Das teilte der Fachbereichsleiter der Jugendeinrichtungen im Stadtbezirk, Willi Becker, der Bezirksvertretung mit. Ab sofort werde die Fläche mit Grillplätzen, Minigolfanlage und Klettergerüsten nur noch wie jeder andere städtische Park unterhalten.

Isabell Hünig ist zweifache Mutter und ist bisher immer gern zu dem Freizeitpark gekommen: „Die Grillplätze sind sehr beliebt. Man kann hier feiern und trotzdem die Kinder spielen lassen.“ Am Wochenende sei es immer brechend voll.

Für Anwohnerin Fitnete Kosumi und ihre Familie ist er ein Gartenersatz. „Ich komme jeden Tag her. Wenn die Anlage nicht mehr so sehr gepflegt wird, finde ich das schade.“

Seit Monatsanfang muss das Areal und besonders das für alle Altersklassen geplante Spielhaus zusätzlich als Provisorium für die Jugendfreizeiteinrichtung WestEnd dienen, denn deren früheres Haus an der Malmedyer Straße hat die Stadt verkauft. Damit nehmen die Belastungen für den Park zu.

Bezirksvorsteher Rolf Tups (CDU) ließ sich Beckers Nachricht zur Sicherheit sogar wiederholen. „Unglaublich“ sei die Kürzung, sagte Markus Loh (Bündnis 90/Grüne): „Der Freizeitpark ist wichtig für Heerdt. Das Spielhaus reicht nicht mal für 20 Prozent der Interessenten.“

Das Gartenamt gibt in seinen Informationen schlicht bekannt, dass die Fläche an der Heerdter Landstraße jetzt jederzeit zur Verfügung steht und anders als früher morgens auf- und abends zugeschlossen wird.

Tatsächlich habe das Gartenamt bisher in der Anlage aufgrund ständiger Arbeiten eine gewisse Präsenz gezeigt, sagt dessen stellvertretender Leiter, Thomas Eberhardt-Köster. Man setze darauf, dass die Mitarbeiter des WestEnd diese Aufgabe übernähmen. Über die Handhabung der Grillplätze werde noch mit dem Jugendamt abgestimmt, an der Grünpflege ändere sich nichts. Beckers Äußerung basiere aus seiner Sicht auf einem Missverständnis.

Ändern soll sich jetzt doch noch etwas an der Notunterbringung des WestEnd: Die Bezirksvertretung lässt prüfen, ob Container am Freizeitpark aufgestellt werden könnten, damit das Spielhaus wieder allen Anwohnern offen stehen kann. Auch soll die Planung für ein neues Jugendzentrum im kommenden Jahr begonnen werden — damit eines Tages mal ein Baubeginn fest steht. Bezirksvertreter Tobias Kühbacher (SPD): „Wir haben Angst, dass das Provisorium zur Dauerlösung wird.“