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Anwohner klagen: Winterwelt ist zu laut

Anwohner klagen: Winterwelt ist zu laut

Ballermann-Musik im Zelt auf dem Parkplatz Bachstraße sorgt für Unmut. Politik erlaubt Karnevalsprogramm nur mit Auflagen.

Eisstockschießen, Weihnachtsmarkt und Hüttenzauber — mit seiner „Winterwelt“ zog Veranstalter Titus Jacobs im vergangenen November erstmals nach Unterbilk. Verbannt aus der Innenstadt, wo er einst auf der Kö, auf dem Gründgens-Platz und später neben dem Kö-Bogen eine Eislaufbahn und Gaudi-Hütte betrieb, sollte der Spaß dann auf dem ehemaligen Parkplatz an der Ecke Bach-/Elisabethstraße weitergehen. Doch die „Winterwelt“ gab ein tristes Bild ab, Schausteller bauten mangels Kunden über Nacht ihre Buden und Karussells ab. Und jetzt meldeten sich in der Bezirksvertretung 3 (u.a. zuständig für Unterbilk und Bilk) etliche Anwohner der Bach- und der Kronenstraße zu Wort. Sie beklagten die enorme Lärmbelastung, die von der Winterwelt ausging.

„Wir wollen die Bedröhnung mit Ballermann-Musik nicht mehr“, erklärte Jürgen Gosebrink, Anwohner der Bachstraße für sich und viele Nachbarn den Bezirkspolitikern. Er versteht nicht, dass die Stadt den Platz verpachtet hat, damit dort ein Partyzelt aufgestellt wird. Und Irene Schommer, die in der Kronenstraße lebt und arbeitet, kritisiert neben dem Lärm: „Der Platz wird zum sozialen Brennpunkt.“ Entsetzt hatten die Anwohner zur Kenntnis genommen, dass Titus Jacobs mit Banner nun für zwei Karnevalsveranstaltungen wirbt, Altweiber und am Rosenmontag.

Dies, obwohl die Veranstaltungen noch gar nicht genehmigt waren. Denn der Antrag stand erst am Dienstagabend auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung. Zwar hat Titus Jacobs mit der Stadt einen Pachtvertrag für das städtische Grundstück geschlossen, doch in diesem steht auch drin, dass Jacobs sich jede Veranstaltung dort einzeln genehmigen lassen muss.

Die Stadtteilpolitiker - mit Ausnahme der Linken - stimmten nun für einen Kompromiss: Titus Jacobs darf an den beiden Karnevalstagen die Hütte ab 11.11 Uhr öffnen, um 22 Uhr aber muss Ruhe auf dem Platz herrschen. Wenn Jacobs sich daran nicht halte, werde es von der Bezirksvertretung keine Zustimmung für weitere Veranstaltungen geben.

Auf WZ-Anfrage bestätigte Jacobs gestern, dass das Ordnungsamt mehrmals wegen der Lärmbeschwerden der Anwohner die „Winterwelt“ aufgesucht habe. Man habe aber nicht nur die Lautstärke der Musik, sondern auch die des Kühlaggregats beklagt. Das lasse sich nun bei einer Eisbahn nicht einfach abstellen, so Jacobs. Da seine Weihnachtssaison „nicht so dolle war“, will er nun an den beiden Karenvalstagen noch etwas Geld verdienen. Die Anregung an den jecken Tagen noch mal zu öffnen, sei von Karnevalsvereinen gekommen.

Doch Jacobs hat noch ein weiteres Problem: Wie berichtet, wird der Platz nun als wilder Parkplatz genutzt. Gestern wurden Autos abgeschleppt, weil sie anderen die Wegfahrt versperrten. „Ich habe am Montag ein Gespräch mit der Stadt, wir suchen eine Lösung,“ sagt Jacobs. Ob er mit seiner Winterwelt überhaupt wiederkommen will, ließ er gestern offen.