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Anlieger und Politiker lehnen Park+Ride am Unterbacher See ab

Geplanter Eilbeschluss der Stadt Düsseldorf : Anlieger und Politiker lehnen Park+Ride am Unterbacher See ab

Anlieger und Politiker protestieren gegen den geplanten Eilbeschluss der Stadt Düsseldorf für einen Umsteigeparkplatz am Nordstrand des Unterbacher Sees. Dieser liegt in einem Naturschutzgebiet.

Der Unterbacher See ist Naturschutzgebiet. 1985 war das noch nicht so, als die Deutsche Umschlagsgesellschaft Schiene/Straße (DUSS) unweit vom Südstrand einen Containerbahnhof errichten wollte, mit Verbindung zur Schiene und zur A46. Eine Lawine des Protests führte 1987 zur Gründung des Vereins „Rettet unser Naherholungsgebiet Unterbacher See/Eller Forst“. Seitdem herrscht Ruhe in Unterbach. Bis zum 8. April zumindest. Dann will die Stadt per Dringlichkeitsbeschluss am Nordstrand/Sporthafen den vorhandenen Parkplatz besser für Pendler von A3, A46 und A59 öffnen. Und erzeugt mit ihrem Park+Ride-Vorschlag einen Sturm der Entrüstung.

Parkplatz am Nordstrand wird aktuell kaum genutzt

Nun ist der Parkplatz am Nordstrand mit tausend Plätzen riesig und derzeit praktisch nicht genutzt. Große Teile sind sogar abgesperrt. Ein zentraler Umsteigeparkplatz für Fahrgemeinschaften wäre also sinnvoll und schon heute möglich. Dafür braucht es keinen Eilbeschluss. Aber wer will sein Auto verlassen, wenn er hinterher im Nirgendwo steht, sechs Minuten zur Haltestelle Vennstraße braucht, um mit dem Bus 735 in den Südpark zu fahren und umzusteigen? Rolf Jenkner, einstiger Mit-Initiator von „Rettet Unterbach“, meint, so etwas könne sich nur jemand ausdenken, der keine Ahnung von den Fahrgewohnheiten der Menschen hat.

Die Verwaltung fügt daher einen Passus hinzu, der die Anlieger aufhören lässt: Die Rheinbahn prüfe eine Anbindung des Parkplatzes durch die bereits bestehende Buslinie und hoffe, dass dies „ohne zu große Einschränkungen“ für die Unterbacher geschieht. Hier liegt der Haken. Stefan Schrewe vom Bürgerverein Unterbach meint: „Entweder Park+Ride oder Naherholung. Und wohin mit den Autos bei schönem Wetter? Schon jetzt parken Badegäste an der Schnellstraße und im Grünstreifen. Wenn dann noch P+R hinzukommt, ist es ein Teufelskreis“. Umsteigeparkplätze würden an S-Bahnhaltestellen gehören.

Als Erste gehen die Grünen aus der Bezirksvertretung 8 (Eller, Vennhausen, Unterbach) an die Öffentlichkeit. Susanne Ott und Holger-Michael Arndt erklären unisono, die Vorlage der Verwaltung sei „nicht akzeptabel“. Der Standort für Mitfahrgemeinschaften werde nicht angenommen, weil die Anbindung fehlt und damit der Zeitverlust zu groß sei. Sie fordern „mindestens eine Shuttle-Lösung und kurzfristig ein zusätzliches ÖPNV-Angebot.“ Das aber müsse mit den Nachbargemeinden abgestimmt und verbessert werden. Im Gespräch fügt Fraktionssprecher Arndt noch hinzu: „Wir sollen in der Corona-Krise möglichst nicht die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Was soll dann der Eilbeschluss?“

Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen (CDU) lehnt das Papier gleichfalls ab: „Wo sollen die Badegäste im Sommer parken, wenn dort schon um 7 Uhr in der Früh die Pendlerautos stehen? Und die Haltestelle für den Bus 735 an der engen Vennstraße ist jetzt schon so eng, dass da kein zweites Auto vorbeikommt.“ SPD-Bezirkssprecherin Claudia Albes fordert eine direkte Anbindung durch den ÖPNV an den Verkehrsknotenpunkt Gerresheim, ganztägig und dicht getaktet.