Angestellte überlistet bewaffneten Spielhallen-Räuber

Gericht : Angestellte überlistete bewaffneten Spielhallen-Räuber

Ein 44-Jähriger verübte zwei Überfälle in zwei Tagen. Er legte im Prozess ein Geständnis ab.

Am 18. Juni tauchte der Mann gegen 21.33 Uhr in einer Spielhalle an der Graf-Adolf-Straße auf. „Ich habe sofort gesehen, dass das kein Stammkunde ist“, schilderte die 41-Jährige, „dann hat er mir direkt die Waffe vor das Gesicht gehalten und ‚schnell Geld’ gerufen.“ Die Frau packte zunächst auch über 440 Euro in einen Rucksack. Doch dann schlug sie schnell eine Zwischentür zu und lief davon.

„Ich hatte gehofft, dass andere Kunden aufmerksam werden“, erklärte die Zeugin. Tatsächlich wurde der Angeklagte so nervös, dass er ohne Beute flüchtete.

Mehr Erfolg hatte der 42-Jährige einen Tag später in einem Kiosk an der Immermannstraße. Hier hielt er einer 47-Jährigen gegen 13.30 Uhr die Pistole vors Gesicht. Bei dem Überfall erbeutete er 510 Euro und konnte zunächst damit flüchten.

Nach einer Fotofahndung wurde
der Angeklagte gefasst

Nach der Auswertung der Videoaufnahmen war für die Kripo schnell klar, dass es sich bei beiden Überfällen um den selben Täter handelte. Nach einer Fahndung mit Fotos wurde der Angeklagte wiedererkannt und konnte festgenommen werden. Er hatte schon einmal drei Jahre Haft wegen Beihilfe zu einem Raubüberfall abgesessen und konnte darum schnell identifiziert werden.

Der 42-Jährige legte zu Beginn des Prozesses ein Geständnis ab. Er habe die 8-Millimeter-Pistole bei einem Bekannten für 1200 Euro gekauft: „Ich wollte mich umbringen.“ Doch das habe er nicht gekonnt, obwohl er mit seinem Leben absolut unzufrieden und enttäuscht war. Danach habe er Kokain genommen und wollte „zocken“. So sei schließlich die Idee zu den Überfällen entstanden. Der Prozess wird fortgesetzt.

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