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Düsseldorf: Angekommene Flüchtlinge: Müde, erschöpft und verunsichert

Düsseldorf : Angekommene Flüchtlinge: Müde, erschöpft und verunsichert

Jeden zweiten Tag erreichen Züge mit Geflüchteten den Flughafenbahnhof. Die Menschen die dort aus dem Zug steigen, haben schon viel hinter sich.

Düsseldorf. Um 22.30 Uhr ist es am Dienstag noch relativ ruhig am Bahnsteig des Flughafen-Fernbahnhofs. Nur ein paar Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst halten sich bereit. Eigentlich sollte gleich der erste von zwei Sonderzügen mit knapp 390 Geflüchteten aus dem Süden ankommen. Doch der Zug hat Verspätung.

Bei solchen Sonderzügen komme das oft vor, sagt eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf. Das liege zum einen daran, dass diese Züge zwischen den normalen Fernverkehr gelotst werden müssen, zum anderen habe der erwartete Zug einen Zwischenstopp einlegen müssen, um Lebensmittel und Getränke nachzuladen.

Kurz vor Mitternacht füllt sich der Bahnsteig dann. Der Zug ist gleich da. Etwa 50 Helfer, darunter Mitarbeiter der Diakonie und Ehrenamtliche, machen sich bereit. Unter den Helfern sind auch viele Übersetzer und sogenannte Kultur- und Sprachermittler, die helfen sollen, die Herkunft der ankommenden Flüchtlinge herauszufinden.

Der Zug fährt ein. Erwartungsvoll stehen Helfer und Einsatzkräfte bereit, um die Menschen in Empfang zu nehmen. Doch erst einmal passiert nichts. Erst als einer der Helfer vorsichtig mit einem Lautsprecher den Zug betritt und den Menschen auf arabisch mitteilt, dass sie am Zielbahnhof angekommen sind, trauen sich die ersten auf den Bahnsteig.

Die Menschen, die hier aussteigen sind zum Teil Jugendliche, zum Teil Väter und Mütter, die ihre schlafenden Kinder auf dem Arm tragen oder Ältere, die sich hier allein oder mit ihrer Familie auf den Weg gemacht haben. Die meisten haben nur eine Tasche mit den letzten Habseligkeiten, die sie aus ihrer Heimat mitnehmen konnten, dabei. Den Menschen steht die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Allein auf dem letzten Stück ihrer Flucht — von Salzburg nach Düsseldorf — waren sie knapp zwölf Stunden unterwegs. Was sie aber auf dem Weg bis nach Salzburg erlebt haben, lässt sich nur vermuten.

Hier am Gleis werden sie dann von den Helfern in Empfang genommen: „Welcome to Germany“, hört man die Helfer sagen und „You are safe“, ihr seid in Sicherheit. Auch, dass die Helfer viele auf ihrer Landessprache ansprechen, sorgt ein wenig für Erleichterung bei den verunsichert wirkenden Flüchtlingen. Gemeinsam gehen die Ankommenden dann in den Konferenzbereich des Flughafens, wo sie mit warmem Essen und Getränken und einem Platz zum Ausruhen versorgt werden.

Doch ihre Reise ist für heute noch nicht vorbei. Noch bevor der zweite Zug um 1.50 Uhr eintrifft, wurden sie schon mit Bussen weggefahren und auf die verschiedenen Flüchtlingsunterkünfte im Bundesland verteilt.