Anekdoten aus dem Nachtleben: Neues vom schreibenden Türsteher

Anekdoten aus dem Nachtleben: Neues vom schreibenden Türsteher

Roland Herden schreibt die besten Anekdoten aus dem Nachtleben auf. Jetzt hat er ein neues Buch herausgebracht.

Düsseldorf. Es gibt einen Türsteher, der manchmal gar nicht böse ist, wenn er beschimpft wird. „Wenn es originell ist, hole ich meinen Block aus der Tasche und schreibe es auf. Für mein nächstes Buch“, sagt Roland Herden. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der 45-Jährige als Türsteher und Personenschützer. Und Schriftsteller. Gerade ist sein neuntes Buch „Abgefahrene Anekdoten“ erschienen. Da Herden jede Menge auf seinem Block notiert hat, ist auch das neue Werk wieder ganz nah an der Realität. Am 7. Dezember stellt er das Buch bei einer Lesung in der Benrather Cacao-Galerie vor.

Die zehn Kurzgeschichten haben alle eins gemeinsam. Sie sind wahr. Aufgeschrieben hat der Nightlife-Literat die meisten seiner Erinnerungen im Turm des Stahlwerks, wo er seinen Schreibtisch hat. Manche Namen hat er verändert, um die Personen zu schützen. Zum Beispiel den von Eileen: „Ich war mit einem Kollegen in der Altstadt unterwegs und wir haben ein Vermisst-Plakat gesehen. Da fiel uns auf, dass wir das Mädchen kurz zuvor in einer Kneipe entdeckt hatten.“ Die Türsteher gingen zurück und überzeugten die Jugendliche, nach Hause zu gehen: „Wir haben ihr auch noch 20 Euro für die Fahrt gegeben.“ Ein paar Stunden später war Eileen wieder bei den Eltern.

Dass auch die Security auf einem Mädchen-Trödelmarkt viel erleben kann, beschreibt Herden in einer anderen Geschichte. Zwei Damen, die ihre Verkaufsstände gleich gegenüber voneinander hatten, bekamen sich so heftig in die Haare, dass sie mit Champagner-Gläsern warfen: „Als die Gläser kaputt waren, haben sie mit Weihnachtskugeln weitergemacht.“

Mit seinem Roman „Wer stirbt schon gern für Schokolade?“ landete Herden vor 17 Jahren gleich einen Volltreffer. In „Hüter der Nacht“ hatte er zum ersten Mal Geschichten aus dem Düsseldorfer Nachtleben erzählt, zum Teil autobiografisch. Auch das Buch wurde zum Verkaufserfolg. „Der Kaffee-Prinz“ war seine erste Liebesgeschichte.