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Düsseldorf: Am Ehrenhof wird nur die Dachhaut saniert

Düsseldorf : Am Ehrenhof wird nur die Dachhaut saniert

Die Stadtspitze hat sich für die kleine Lösung am Dach des Kunstpalasts im Ehrenhof entschieden.

Düsseldorf. Von 2009 bis 2011 wurde der Sammlungsflügel im Museum Kunstpalast am Ehrenhof für drei Millionen Euro saniert. Er bekam ein neues Dach. Doch kurz darauf stellte die Museumsleitung die ersten Probleme fest. Und wieder wie in alten Zeiten stand ein Eimer unter dem Dach in den Kunsträumen; die obere Etage wurde geschlossen. Jetzt bahnt sich ein Kompromiss an.

In den Frostperioden dringt Kondensat in die Dachkonstruktion des Museumsflügels. Das Kondenswasser befindet sich in der Innenseite der Dach-Abdichtung. Es handelt sich nicht um Wasser, das von außen kommt, sondern das von innen aufsteigt. Das ist schädlich für die Kunst.

Nach Auskunft von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe lagen die Bohrungen bei der Montage des neuen Dachs nicht an der richtigen Stelle. Die Löcher wurden falsch gesetzt, es gab Beschädigungen. Dadurch trat Feuchtigkeit auf.

Beim Beweissicherungsverfahren stellte man die Ursachen fest. Lohe spricht von einem „multikausalen Schaden“. Ein Teil des Schadens wurde durch die Fehlbohrung verursacht. Ein weiteres Problem: Der Dachdecker ist insolvent.

Bei einer größeren Lösung hätte man das Dach komplett demontiert und ersetzt. Bei der kleinen Lösung nutzt man die vorhandene Konstruktion und erneuert lediglich die Dachhaut und die Dampfbremse. Die Konstruktion einschließlich der Verglasung wird nicht angetastet. Die Dämmung wird nach der Verlegung der Dampfbremse wieder eingebaut.

Die Dampfbremse ist in der Bautechnik eine Folie oder Pappe, die das Diffundieren von Wasserdampf und das Strömen von Innenraumluft in die Wärmedämmung eines Gebäudes einschränkt. Die Dampfbremse verhindert, dass innerhalb eines Bauteils schädliches Tauwasser entsteht. Eine Dampfbremse ist also eine Dampfsperre. Eine einwandfreie, luftdichte Verbauung ist von höchster Wichtigkeit.

Die Verwaltungskonferenz entschied soeben, dass das vorhandene Dach repariert und nicht die gesamte Konstruktion erneuert wird. Damit folgt Oberbürgermeister Thomas Geisel dem vereidigten Sachverständigen, der vom Gericht bestellt worden ist.