Karneval: Altweiber in Düsseldorf: Narren trotzen dem schlechten Wetter

Karneval : Altweiber in Düsseldorf: Narren trotzen dem schlechten Wetter

Gegen 10.30 Uhr fängt es vor dem Düsseldorfer Rathaus an zu nieseln. Doch genau da füllt sich der Platz erst so richtig.

Düsseldorf. Eine knappe Stunde vor dem Rathaussturm ist die Menge der Jecken auf dem Marktplatz noch überschaubar. Nur die besonders standfesten drängen sich schon vor der blauen Türe. "Wir sind schon seit halb acht hier", sagt eine bunte Regenbogendame. Das mache sie schon seit 16 Jahren so. Ob das bei dem Wetter nicht unangenehm sei? "Ach was, ich habe auch einen zum Kostüm passenden Regenschirm dabei", sagt sie.

Und sie ist bei weitem nicht die einzige. Bis viertel vor elf füllt sich der Marktplatz immer mehr. Spätestens ab dem Zeitpunkt, zu dem das Musikprogramm beginnt, wird geschunkelt, gesungen und Konfetti geworfen.

Denn die Jecken sind gut vorbereitet: Viele flauschige Tierkostüme, Frottee-Ponchos, die zur Verkleidung passen und dicke Thermostrumpfhosen wurden aus dem Schrank geholt. Um 11.11 Uhr wollen dann trotzdem alle rein. In kürzester Zeit ist der Saal Rathaus so voll, dass man sich kaum noch durch die Menge bewegen kann.

Den Schlips des Bürgermeisters hat eine amerikanische Wonderwoman ergattert. "I've got the mayor", kreischt sie, als sie sich wieder an den Rand der Menge gearbeitet hat ihren ebenfalls Wonderwoman-Freundinnen zu. Ob sie mit Sicherheit weiß, dass sie den richtigen erwischt hat, geht im Gedränge unter. Den eigentlichen schnitt ihm nämlich Venetia Alina höchstpersönlich ab.

Ob sich der Straßenkarneval wohl schnell nach innen verlagern wird? "Nur, wenn es so richtig zu regnen anfängt", sagt eine Regenbogen-Dame. cas