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Düsseldorf: Altstadt wird Knallverbotszone

Düsseldorf : Altstadt wird Knallverbotszone

Container mit Wasser werden zur Vernichtung von Böllern aufgestellt. Mindestens doppelt so viele Polizisten wie 2015 im Einsatz.

Düsseldorf. Das gemeinsame Sicherheitskonzept von Stadt und Polizei für den Jahreswechsel steht. Kernpunkt wird, wie die WZ berichtete, ein Böllerverbot sein — allerdings nicht wie zunächst angedacht nur auf dem Burgplatz, sondern in der gesamten Altstadt. Die Zone wird von der Ratinger Straße bis zur Flinger Straße und zum Alten Hafen sowie von der Heinrich-Heine-Allee bis zum Rhein reichen. Von 20 Uhr am Silvesterabend bis 6 Uhr am Neujahrsmorgen darf in diesem Bereich weder abgebrannt noch mitgeführt werden, „was über Wunderkerzen hinausreicht“, so Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Düsseldorf: Altstadt wird Knallverbotszone
Foto: Melanie Zanin/Stadt Düsseldorf

Die Stadtverwaltung hat für das Verbot eine Allgemeinverfügung erlassen. Einlass-Schleusen wie beim Glasverbot an den tollen Tagen soll es aber nicht geben, sondern eine „Kontrolle in der Fläche“, wie Ordnungsdezernent Stephan Keller es nennt. Acht mit Wasser gefüllte Container werden aufgestellt, damit die Ordnungskräfte sichergestellte Böller sofort vernichten können. Darüber hinaus haben Feiernde, die das Verbot übertreten, erst einmal keine Sanktionen zu befürchten. Geisel: „Bußgelder sind nicht vorgesehen.“ Thorsten Fleiß von der Altstadtwache erklärt: „Es ist ein abgestuftes Konzept.“ Störern ihr Feuerwerk wegzunehmen, sei dabei nur die unterste Einschreitstufe. „Wer sich dann nicht benehmen kann, lernt den Rest des Polizeigesetzes kennen.“

„Ich begrüße es sehr, dass wir zu dieser Regelung gekommen sind“, sagt Polizeipräsident Norbert Wesseler über das Böllerverbot. Im vergangenen Jahr seien Feuerwerkskörper immer wieder gegen Polizisten eingesetzt worden, weshalb diese nicht so hätten einschreiten können, wie sie gewollt hätten. „Es ist eine Lehre aus dem vergangenen Jahr, dass wir stärker vor Ort sein wollen und müssen“, erklärt er. Deshalb würden „mindestens doppelt so viele Beamte“ in der Altstadt eingesetzt wie an Silvester 2015 — wie viele genau, dazu laufe die Abstimmung mit dem Land noch; es werden aber etliche hundert sein. Auch der Ordnungsdienst ist mit 60 Mitarbeitern unterwegs.

Weitere Kernpunkte des Konzeptes sind das Mehr an Überwachung und das Mehr an Licht. Wie berichtet sollen zusätzliche Lichtmasten am Burgplatz aufgestellt werden, um bei Bedarf die Szenerie zu erhellen. Laut Keller werden Masten und LED-Leuchten bis zur Mitte des Monats geliefert und dann montiert. An denselben Masten sollen dann noch vor Silvester auch die drei Kameras für die Überwachung der Polizei installiert werden, zwei weitere Kameras werden an der Kurze Straße hängen.

Wegen der geringen Nachfrage an Karneval wird die Polizei diesmal keine zusätzliche Stelle für die Aufnahme von Anzeigen einrichten. Das Personal in der Altstadtwache werde aber verstärkt, für den Notfall gebe es Transporte zum Präsidium. „Die Informationen der Opfer sind für uns wichtig“, betont Wesseler — nach der vergangenen Silvesternacht waren Anzeigen wegen Übergriffen zum Teil erst Tage oder Wochen später eingegangen. Der Polizeipräsident ruft Menschen, die Opfer einer Straftat an Silvester werden, zudem dazu auf, gezielt die uniformierten Beamten auf der Straße anzusprechen.

Der Security Point vor allem für Frauen im Gebäude Burgplatz 11 wird mindestens von 22 bis 3 Uhr besetzt sein. Die Mitarbeiter sind auch unter Telefon 68 68 54 erreichbar. Zusätzlich wird das Jugendamt eine Sammelstelle für Minderjährige einrichten. Ausländeramt und Staatsanwaltschaft bleiben in der Silvesternacht in Bereitschaft.