Altstadt-Streit geht vor Gericht

Altstadt-Streit geht vor Gericht

Nach Attacken mit Reizgas und Buttersäure klagt nun ein Vermieter.

Zwei aufsehenerregende Attacken in der Altstadt in der zeit des Straßenkarnevals hatten gestern ein Nachspiel vor dem Landgericht. Beide damals betroffenen Lokale haben den gleichen Besitzer. Und der versucht nun die im Februar als erstes angegriffene Pizzeria auf juristischem Wege loszuwerden. Der Richter versuchte, die Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen. Doch der Hausbesitzer will die Pizzeria höchstens noch bis zum Jahresende dulden. Darauf wollte sich die Gegenseite nicht einlassen. Am 22. Juni wird der Prozess fortgesetzt.

Altweiber gab es Randale rund um den Pizza-Imbiss Munzur an der Bolkerstraße, bei dem 44 Personen durch Pfefferspray verletzt wurden. Nur vier Tage später musste die Feuerwehr zur benachbarten Diskothek „Kuhstall“ ausrücken. Dort hatte jemand Buttersäure ausgeschüttet. Mehrere Personen wurden verletzt.

Die Polizei hatte sehr schnell den Verdacht, dass es sich um einen Streit unter Gastronomen handelt. Schon bevor es zu den Aggressionen kam, hatte der Pizzeria-Betreiber die Kündigung bekommen. „Wir haben den Mietvertrag mit einer netten griechischen Familie abgeschlossen. Doch dann hat plötzlich der Geschäftsführer gewechselt. Das kann man nicht so einfach machen“, argumentierte der Rechtsanwalt. Der Mann sei als Geschäftspartner nicht erwünscht.

Danach kam es dann zu den beiden Vorfällen. Der Munzur-Chef hatte behauptet, dass Mitglieder der Hells Angels seine Pizzeria angegriffen und Pfefferspray versprüht hatten. Die Täter sollten aus dem benachbarten „Kuhstall“ gekommen sein. Kaum hatte die Attacke überregional Wellen geschlagen, rückte das Ordnungsamt an. Die Pizzeria wurde wegen hygienischer Mängel zunächst für einen Tag geschlossen. Dass der Buttersäureanschlag auf den „Kuhstall“ eine Retourkutsche war, kann nur gemutmaßt werden. Aufgeklärt ist die Tat bisher nicht.

Der Hausbesitzer und sein Anwalt vermuten eine ganz andere Version. Das Pfefferspray sei keineswegs von den angeblichen Angreifern eingesetzt worden, sondern vom Wirt, weil er sich bedroht fühle. Die Ermittlungsakten befinden sich aber noch bei der Polizei, weil der Fall nicht abgeschlossen ist.

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