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Altstadt-Probepflaster in Düsseldorf hat den ersten Härtetest bestanden

Altstadt : Altstadt-Probepflaster hat den ersten Härtetest bestanden

Keine schweren Schäden nach dem ersten Schützenfest. Und warum die Stadt sich einen harten Winter wünscht.

Ein Pflasterstein in der Altstadt muss einiges aushalten. Beim Schützenzug hinterlassen die schweren Kaltblüter ihre Spuren, am Rosenmontag rollen die Mottowagen von Jacques Tilly durch die Straßen und das ganze Jahr lang floss der Lieferverkehr zu Gastronomen und Geschäften. Das „Umbriano-Pflaster“, das seit 2011 in der Altstadt verlegt wurde, war der Belastung nicht gewachsen. Schon nach ein paar Wochen waren die Spuren unübersehbar. Jetzt soll alles besser werden. Seit Mai wurden an der Bolkerstraße neun verschiedene Musterflächen angelegt. Die haben den ersten Härtetest beim Schützenumzug bestanden. Fast jedenfalls.

„Anhand dieser Musterflächen sollen Oberflächenmaterialien und Aufbaukonstruktionen im hochfrequentierten und stark beanspruchten Pflaster zwischen den Rinnen der Bolkerstraße getestet werden. Das neue Material soll den hohen Beanspruchungen in der Altstadt gerecht werden. Zudem soll sich der neue Belag mit der Gestaltung des ersten Bauabschnittes in ‚Umbriano‘ optisch einheitlich verbinden und einen harmonischen Übergang bilden. Als Eingang zur Altstadt soll die neue Oberfläche dem lebendigen Treiben eine qualitätsvolle, robuste und adäquate Plattform bieten“, erläuterte Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke.

Wie Bernd Kentenich, Abteilungsleiter Straßenbau beim Amt für Verkehrsmanagement, erklärte, beobachte man die Musterflächen praktisch täglich. Besonders neugierig war man nach dem Kirmessonntag, als der erste Schützenzug in der Bolkerstraße unterwegs war. Die neuen Steine erwiesen sich als widerstandsfähig. Kentenich: „Wir haben keine schweren Schäden festgestellt. Lediglich einen Riss an einer Baumscheibe, der aber wohl nichts mit dem Umzug zu tun hatte.“ Die Stelle soll kurzfristig ausgebessert werden.

Unübersehbar sei allerdings, dass alle Steine seit Mai erheblich nachgedunkelt sind, obwohl sie täglich zweimal von der Awista gereinigt werden. Zwei Jahre lang soll das Probepflaster liegen blieben. Kentenich wünscht sich dazu „richtige“ Winter: „Es wäre gut, wenn es mehrere Frier- und Tauphasen gibt. Bei einer Temperatur von vier Grad hat Wasser seine größte Ausdehnung.“ Nur so könne man feststellen, welches Pflaster langfristig am besten geeignet ist.“ Getestet werden etwa der Betonstein Umbriano mit kleinen Steinformaten, geschliffener Gussasphalt, kunstharzgebundener Gussasphalt und Granit-Naturstein.

Was bisher geschah, sorgte im Nachhinein für viel Spott. Nach der abgeschlossenen Kanalsanierung hatte der Rat der Stadt im Jahr 2010 die Oberflächenerneuerung für die Straßen der Düsseldorfer Altstadt beschlossen. Daraufhin wurde ein erster Bauabschnitt von 2011 bis 2017 saniert. In einem zweiten Bauabschnitt sollten später die damals noch von der Straßenbahn genutzten Verkehrsflächen neu hergestellt werden. Der zweite Bauabschnitt umfasst das Gebiet Bolker Stern bis zum Heinrich-Heine-Platz mit Hunsrücken- und Neustraße.

Der erste Bauabschnitt
muss auch saniert werden

Nach einem langen Auswahlprozess einschließlich Bürgerbeteiligung hatte man sich schließlich für das Pflaster Umbriano entschieden. Doch schon nach einigen Tagen platzten die ersten Ecken ab, andere Steine stellten sich hoch und wurden zu Stolperfallen. Aus verkehrssicherungstechnischer Sicht hält die Stadt eine Sanierung in Teilen des ersten Bauabschnittes ebenfalls für erforderlich. Für die Erstellung der Musterflächen einschließlich der Sanierungsarbeiten im ersten Bauabschnitt sind Kosten in Höhe von rund 370 000 Euro veranschlagt.

Nach zwei Jahren will das Amt für Verkehrsmanagement einen Erfahrungsbericht vorlegen. Dann soll die Politik entscheiden, mit welchem Material die Bolkerstraße dann zugepflastert wird. Vielleicht hält es dann ja etwas länger als der Vorgänger.