Altenheime: Minister lässt DRK und Caritas abblitzen

Altenheime: Minister lässt DRK und Caritas abblitzen

Fünf Einrichtungen schaffen die Einzelzimmerquote von 80 Prozent nicht. Werden nun Plätze für Kurzzeitpflege umgenutzt?

Düsseldorf. Zum 1. August müssen Altenheime eine Einzelzimmerquote von 80 Prozent aufweisen. Wie berichtet, schaffen das die meisten Betreiber in Düsseldorf, nur das Rote Kreuz (DRK) und die Caritas werden mit ihren Umbaumaßnahmen an insgesamt fünf Standorten nicht rechtzeitig fertig. Versuche bei NRW-Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine Verlängerung der Fristen zu erreichen liefen ins Leere. In einem der WZ vorliegenden Antwortbrief aus dem Ministerium heißt es unmissverständlich, dass an der Frist nicht gerüttelt werden könne, denn: „Das wäre unfair den Einrichtungen gegenüber, die sich rechtzeitig und erfolgreich auf den Weg gemacht haben.“

Zudem weist das Land noch einmal darauf hin, dass die Forderung nach 80 Prozent Einzelzimmern in Altenpflegeheimen wahrlich nicht neu, sondern seit 2003 bekannt ist: „Bei einer Umsetzungsfrist von 15 Jahren kann niemand von dem Termin überrascht sein“, heißt es leicht süffisant in dem Brief. Olaf Lehne, der Vorsitzende des DRK in Düseldorf und CDU-Landtagsabgeordnete, hatte auf einen entgegenkommenderen Bescheid aus dem Hause Laumann gehofft, zeigt aber Verständnis: „Natürlich wären Ausnahmen jetzt nicht fair denjenigen gegenüber, die diese Auflage erfüllt haben“, sagt er, und wundert sich zugleich, dass noch nicht viel mehr Heimträger Alarm gemacht hätten. Lehne: „Ich glaube, kurz vor dem August wird einigen erst bewusst, dass sie fast nur noch Einzelzimmer belegen dürfen.“

Der Caritasverband kann in drei von acht Einrichtungen nicht rechtzeitig genug Einzelzimmer bereitstellen: im St. Anna-Stift in der Altstadt sowie in Garath (St. Hildegard) und Wersten (Klara-Gase-Haus). Beim DRK sind die Heime in Gerresheim und an der Kölner Landstraße betroffen.

Jetzt gibt es drei Möglichkeiten: Die betroffenen Heime verzichten ab August auf eine Förderung durch das Pflegewohngeld, dann können sie weitere fünf Jahre unverändert bleiben. Die Stadt ordnet einen Belegungsstopp für frei werdende Plätze in Doppelzimmern an. Oder, was am wahrscheinlichsten sein dürfte, die Heime wandeln überzählige Doppelzimmer vorübergehend in nun noch für Kurzzeitpflege nutzbare Plätze um.