Altbau am Rathaus: Hilferufe aus der Stadtkasse

Altbau am Rathaus: Hilferufe aus der Stadtkasse

Mitarbeiter fühlen sich im maroden Altbau am Rathaus vergessen. Stadt sucht ein Ausweichquartier.

Düsseldorf. Nach und nach sind fast alle städtischen Bediensteten ausgezogen aus der Kämmerei im alten Gebäude am Marktplatz 6 gegenüber dem Rathaus. Fast alle. Etwa 90 Mitarbeiter „schmoren“ noch immer in dem maroden Bau — obwohl die Stadtspitze schon Ende 2011 eine grundlegende Sanierung samt Ausquartierung der Beschäftigten verkündet hatte. Und das sorgt seit Wochen für beträchtlichen Ärger.

Denn die Arbeitsbedingungen in der Stadtkasse müssen nach Informationen der WZ manchmal abenteuerlich sein. Vor allem an den letzten heißen Sommertagen. Eine Klimaanlage gibt es nicht, zudem dürfen keine Ventilatoren benutzt werden, weil aufgrund schwacher Stromleitungen sonst ständig die Sicherungen rausfliegen.

Bemängelt wird auch der miese Zustand von sanitären Anlagen, so sollen Toiletten regelmäßig verstopft sein. „Wir fühlen uns dort verlassen und vergessen“, fasst ein Mitarbeiter das vorherrschende Gefühl zusammen. Es resultiert auch daraus, dass andere Abteilungen längst aus dem Bau herausgeholt und umgesiedelt worden sind — allen voran der Chef des Hauses, Kämmerer Manfred Abrahams, der neue Büros am Burgplatz bezog.

Die Wut in Teilen der Stadtkassen-Belegschaft traf schließlich sogar den Personalrat. Anstatt beim Kämmerer und in der Bauverwaltung auf ein Ende der Missstände zu drängen, habe Personalrat Robert Wollborn den in ihren Augen unschuldigen Leiter der Stadtkasse ins Visier genommen. Per Brief teilte man Wollborn mit, man fühle sich nicht richtig verstanden und schlecht vertreten, deshalb werde nun auf eigene Faust agiert. Wollborn ist entsetzt: „Ich bin doch nicht schuld an den Problemen. Ich habe mehrfach Kämmerer und Bauverwaltung aufgefordert, klar zu sagen, wann dort was passiert, aber da kam nie etwas“, sagt er.

Am Montag immerhin äußert sich Doreen Kerler, Leiterin des Amtes für Gebäudemanagement, gegenüber der WZ: „Wir richten mit Hochdruck Ausweichquartiere für die Mitarbeiter her, lange müssen sie sich nicht mehr gedulden.“ Zugleich betont sie, dass der Tüv die derzeitige Nutzung der alten Räume genehmigt habe. Online-Forum: Ist der Ärger der Mitarbeiter berechtigt? Stimmen Sie ab:

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