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„Allein das Wollen reicht noch nicht aus“

„Allein das Wollen reicht noch nicht aus“

Zu Jahresbeginn gibt es viele Vorsätze. Dranbleiben ist schwierig. Wie das gelingen kann, erläutert Motivationscoach Dirk Schmidt.

Herr Schmidt, was macht ein Motivationscoach?

Dirk Schmidt: Meine Hauptaufgabe ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Ziele, Träume und Wünsche zu verwirklichen. Das klingt wie ein leichter Job, doch merke ich immer wieder, dass der Satz „Das habe ich schon so oft versucht, aber ich schaffe es ja doch nicht“ in den Köpfen stark verankert ist. Dabei fehlt nur die richtige Methode gegen das Aufgeben. Gerade diese Umsetzungskompetenz wird auch in Studien immer wieder als wichtigster Faktor der Motivation gesehen. Hierbei unterstütze ich meine Klienten als Mutmacher, nehme sie ein Stück auf ihrem Weg an die Hand.

Welche Anfragen begegnen Ihnen sehr oft?

Schmidt: Die Anfragen sind sehr unterschiedlich und doch sind sich alle irgendwie ähnlich. Letztendlich geht es meistens darum, seinen „inneren Schweinehund“ zu überwinden, die geistigen und emotionalen Handbremsen zu lösen. Im Kern dreht es sich immer um die Frage, wie man Selbstvertrauen gewinnen kann, Mut zum Handeln entwickelt und mit Spaß und Disziplin seine Wünsche erreicht.

Oft lässt die Motivation schnell nach. Warum?

Schmidt: Ob es nun um private Anliegen oder die Mitarbeitermotivation geht: Ängste, Ablenkungen und Zweifel sind die größten Motivationsbremsen — vor allem, wenn sie auf ein geringes Selbstwertgefühl treffen. Allein das Wollen reicht nicht aus. Wir müssen die Motivation finden, Ängste und Zweifel zu besiegen, um aktiv Ziele umzusetzen. Das Spannende daran: Gerade diese Ängste und Zweifel liefern meist auch die Faktoren, mit denen wir unsere Ziele erreichen.

Wie bleibt man am Ball?

Schmidt: Durch zwei wesentliche Punkte: Erstens müssen Sie sich darüber klar werden, warum Sie ein Ziel erreichen wollen. Und das nicht mit schwammigen Aussagen, sondern mindestens 25 konkreten Antworten. Die stärksten Warums liefern das Fundament, um sich ans Ziel zu bringen und werden zum Mantra im gesamten Prozess. Andersherum hilft die Suche nach dem Warum unter Umständen auch dabei, herauszufinden, ob das Ziel wirklich besteht oder ob es eigentlich um etwas Anderes geht. Zweitens müssen Sie es von Herzen wollen. Wenn Sie an Ihr Ziel denken, bekommen Sie eine Gänsehaut vor Freude und Begeisterung. Je stärker ihr Wollen, umso höher sind Disziplin und Konsequenz bei der Umsetzung.

Wie überwinde ich ein Motivationstief?

Schmidt: Ein Motivationscoach ist als dritte Partei der perfekte Wegbegleiter, um Sie am Ball zu halten. Außerdem sollten Sie Ihr Umfeld in das Ziel einweihen und sich so immer wieder Bestärkung und vielleicht Mitstreiter suchen. Letztendlich sollten Sie außerdem akzeptieren, dass Motivationslöcher auf der Straße zum Erfolg normal sind. Wenn Sie sich an Ihre Warums erinnern, dann können Sie auch das überwinden.

Hatten Sie mal einen besonders harten Fall?

Schmidt: Natürlich. Es gibt Klienten, die benötigen einen Impuls, um ins Handeln zu kommen, und es gibt auch Klienten, die sind impulsimmun. Diese sind überaus willig, stehen sich aber selbst in mehr als einer Hinsicht im Weg. Da gilt es auch für mich als Motivationscoach, am Ball zu bleiben und sich immer wieder neu zu motivieren.