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Musik: Alan Parsons – eine zaubernde Musik-Legende

Musik : Alan Parsons – eine zaubernde Musik-Legende

Interview Die Arbeit als junger Toningenieur mit den Beatles hat ihn inspiriert. Die WZ traf den 70-Jährigen in Düsseldorf.

Ihr neues Album heißt „The Secret“. Hat es etwas mit dem  gleichnamigen Buch zu tun?

Alan Parsons: Nein, es geht um die Welt der Magie. Ich liebe Zauberei und bin auch schon einmal Siegfried und Roy begegnet. Das ist einfach etwas Fantastisches. Ich habe selbst jede Menge Tricks gelernt, am liebsten mit Karten und Münzen. Wenn ich nicht Musiker geworden wäre, dann wahrscheinlich Zauberer. Oder Schauspieler. Das liegt in der Familie. Mein Cousin war Oliver Reed. Er ist leider während der Dreharbeiten zu Gladiator gestorben. Ich habe selbst eine Weile Schauspielunterricht genommen.

Alan Parsons Project war lang ein reines Studioprojekt. Warum haben sie sich so spät entschlossen, live zu spielen?

Parsons: Ich glaube, wir haben 1995 damit angefangen. In den Jahren davor gab es eine Menge Probleme. Zusammen mit meinem Partner Eric Woolfson wollten wir in Wien das Musical ‚Freudiana’ inszenieren. Aber es gab Streit um die Rechte. Am Ende war mein ganzes Einkommen eingefroren. Ich habe mich dann entschlossen, ein eigenes Album unter meinem Namen zu machen. Und es erschien mir eine gute Idee, das mit Live-Konzerten zu unterstützen.

Sie haben mit großartigen Künstlern wie John Miles zusammengearbeitet. Werden Sie jemand davon mit nach Düsseldorf bringen?

Parsons: John Miles wird nicht dabei sein. Aber wir singen mit acht Stimmen. Außerdem wird es bei der Show auch einige magische Momente geben. Mit Zauberei.

Hat Sie die Arbeit mit den Beatles beeinflusst?

Parsons: Nicht beeinflusst, aber inspiriert. Ich war bei dem letzten Live-Konzert auf dem Dach der Abbey-Road-Studios mit dabei. Im Hintergrund bin ich zu sehen, mit einem orangefarbenen Hemd und einer schwarzen Krawatte. Das Konzert war damals sehr wichtig für die Band, sie hatten keine gute Zeit. ‚Get back’ ist übrigens praktisch bei dieser Session entstanden. Es gibt von damals nur ganz wenige Fotos.

Ehefrau Lisa meldet sich: Ich habe damals gar nicht gewusst, wie gut er Paul McCartney kannte. Wir waren dann mal zu einem Konzert backstage. Da kam Paul auf ihn zu, lachte und fragte: Wer hat dir denn eine Karte gegeben?

Hat sich Ihre Arbeit in den vielen Jahren verändert?

Parsons: Meine Arbeit hat sich gar nicht verändert. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit von Musikern im Studio ein kreativer und intensiver Prozess ist, bei dem etwas Neues entsteht. Ich habe auf meinem letzten Album elektronische Musik gemacht. Aber damit habe ich abgeschlossen.

Was halten Sie von der DJ-Kultur?

Parsons: Nichts. Das ist keine Musik. DJs nehmen die Ideen anderer Leute und werden damit reich.

Inzwischen sind Sie auch Farmer und züchten in Kalifornien Avocados. Ist das Ihr zweiter Beruf?

Parsons: Es war gar nicht so einfach, alle Papiere dafür zu bekommen. Aber ich bin kein guter Farmer. Ich mache mir nicht gern die Hände schmutzig.

Waren Sie schon mal in Düsseldorf?

Parsons: Ja. Ich bin mit 16 Jahren durch Europa getrampt. In Düsseldorf habe ich gecampt. Ich weiß auch noch, dass ich danach nach Köln gefahren bin und dort in der Universität gegessen habe. Aber damals war ich noch sehr jung.