Düsseldorf: Ärger um Sprengstoff-Sucher: Airport-Mitarbeiter sind in Sorge

Düsseldorf: Ärger um Sprengstoff-Sucher: Airport-Mitarbeiter sind in Sorge

Die Meldungen von Krankheitsfällen in München verbreiten auch in Düsseldorf Unsicherheit. Die Bundespolizei sieht aber keine Gefahr.

Düsseldorf. Zwölf Stunden lang waren die neuen Sprengstoff-Geräte des Typs „Itemiser 4DX“ am Düsseldorfer Flughafen am Donnerstag vom Netz, nachdem aus München gemeldet worden war, mindestens 60 Mitarbeiter seien im Krankenhaus gelandet — womöglich wegen des Detektors. Nachmittags gab die Bundespolizei dann Entwarnung und schaltete die Geräte doch wieder ein. „Das ist abenteuerlich“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Tarim Özay. Was bleibt, ist bei vielen Mitarbeitern wohl ein mulmiges Gefühl.

Denn auch in Düsseldorf habe es durchaus Hinweise gegeben, so Özay. Kopfschmerzen, Hautausschlag, das Gerät werde sehr heiß, rieche verbrannt oder nach Säure. „Die Krankheitssymptome haben wir auf den Personalmangel geschoben“, sagt Özay. „Aber jetzt sind die Menschen verunsichert.“

Das war man am Donnerstag am frühen Morgen auch bei der Bundespolizei und schaltete alle neuen Sprengstoff-Sucher ab, setzte als Ersatz alte Geräte ein. „Wir schicken keinen Mitarbeiter in eine Situation, die auch nur ansatzweise gesundheitsgefährdend sein könnte“, sagt Sprecher Jörg Bittner. Aber man vertraute dem Urteil der Erprobungsstelle in Lübeck, die am Nachmittag das Resultat der Tests verkündete: Die Detektoren seien unbedenklich. Sie gingen also wieder in Betrieb.

Dieses Vertrauen hat Tarim Özay nicht und fordert ein Gutachten durch eine unabhängige Stelle. „So lange das nicht geschehen ist, können wir den Mitarbeitern die Arbeit an diesen Geräten nicht empfehlen.“ Darüber will er jetzt mit dem Betriebsrat sprechen, auch der Arbeitsschutz sei eingeschaltet.

Unglücklich: Schon im Vorfeld hatte es rund um die neuen Sprengstoff-Sucher Knatsch am Flughafen gegeben. Diese sollten von den Mitarbeitern mit speziellen Feuchttüchern gereinigt werden. In der Anleitung heißt es laut Özay, diese seien nur mit Handschuhen und Atemschutz zu verwenden — das sei den Sicherheitsmitarbeitern der Firma Kötter aber nie gesagt worden. Zudem sei der Sicherheitshinweis an einigen Packungen entfernt worden. Laut Jörg Bittner ist man bei der Bundespolizei allerdings sicher, dass die Tücher völlig harmlos sind — auch ohne Handschuhe. Um den Streit zu beenden, sei man trotzdem dazu übergegangen, die Geräte jetzt von eigenen Spezialisten der Bundespolizei-Inspektion reinigen zu lassen.

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