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Ärger in Düsseldorf: Halteverbotsschild verhindert Außengastronomie

Ärger in Düsseldorf : Wenn ein Halteverbotsschild eine Außengastronomie verhindert

Gerade in Zeiten der Pandemie sind Plätze im Freien für Gastronomen wichtig. In Düsseldorf ist das aber offenbar nicht immer ganz so einfach.

Demonstrativ stapeln sich Sitzbänke und Tische neben der Hauswand. Wegräumen will Franco Frau sie nämlich noch nicht. Er hofft darauf, seinen Gästen bald wieder einen Platz vor seiner kleinen Trattoria anbieten zu können. So wie es die Restaurants neben ihm dürfen: Nur wenige Meter weiter genießen die Gäste im Sonnenschein Pasta mit Meeresfrüchten. „Aber ich darf keine Außengastronomie machen. Schuld ist dieses blöde Schild“, flucht der Gastronom und deutet auf ein bereits ziemlich ramponiertes Halteverbotsschild auf der anderen Seite des Gehwegs.

Elf Jahre lang hatte Frau eine Baustelle vor der Trattoria

Dabei komme es gerade jetzt, unter den strengen Corona-Auflagen und den damit verbundenen finanziellen Einbußen, auf jeden Sitzplatz an. „Draußen sitzen die Gäste am liebsten, ich bin auf die Außengastronomie angewiesen.“ Wegen des Schilds aber ist die genehmigte Fläche von der Stadt auf eine Breite von 60 Zentimetern beschränkt worden. „Da bekomme ich keine Tische hin, da kann ich höchstens ein paar Kaninchenställe aufstellen“, sagt er.

Seit 20 Jahren ist Franco Frau mit seinem italienischen „Antichi Sapori“ am Wehrhahn 71. „Angefangen habe ich mit einem Feinkostladen, dann hat er sich nach und nach zu einer kleinen Trattoria entwickelt“, erzählt der 49-Jährige. Dass es das „Antichi Sapori“ immer noch gibt, grenze fast an ein Wunder. „Irgendwie haben wir überlebt“, sagt er. Elf Jahre lang habe er eine Großbaustelle vor der Tür gehabt. „Der Bau der Wehrhahnlinie war eine Katastrophe für uns. Immer Baustelle, immer.“ Auch die zwei Gäste, die heute in seinem Laden sitzen, stimmen mit ein. „Was man dem Franco zugemutet hat, immer und immer wieder, das war nicht mehr normal. Toll, dass er immer noch da ist.“

Im vergangenen Jahr kam noch der Umbau des Hauses hinzu, in dem Franco Frau im Erdgeschoss seine Trattoria betreibt. „Dafür konnte die Stadt natürlich nichts“, sagt er. „Aber wegen dieser Baustelle konnte ich schon 2019 draußen keine Tische aufstellen.“ Dann kam der nächste Schlag: Die Corona-Krise traf auch Frau und seine Belegschaft heftig. „Es gibt nur noch mich und meinen Koch. Und der ist in Kurzzeit“, sagt der 49-Jährige und kassiert einen seiner Gäste ab. Seitdem übernimmt er nahezu alles, was anfällt. Und versucht trotz allem einen kühlen Kopf zu bewahren.

Auch in der Kommunikation mit der Stadt ist es ihm wichtig, korrekt vorzugehen. In einem Ordner hat er den Schriftverkehr abgeheftet, hat alle Unterlagen griffbereit.

Nun hofft er darauf, dass die Stadt ein Einsehen hat, das Schild entfernt oder eine Sondergenehmigung erteilt. „Ich war schließlich auch korrekt und habe die Stadt selbst auf das Schild hingewiesen. Ich wollte keinen Ärger“, sagt er. Er bleibt optimistisch: „Die Stadt weiß, wie schlecht es den Gastronomen geht. Ich hoffe auf ein gutes Ende.“