Düsseldorf: Ärger bei E-Jugend-Spiel: Abbruch in Unterrath

Düsseldorf : Ärger bei E-Jugend-Spiel: Abbruch in Unterrath

Erst geraten die Spieler aneinander, dann gehen auch noch die Eltern aufeinander los.

Düsseldorf. Dass die Emotionen beim Fußball schnell hochkochen können, ist keine neue Erkenntnis. Vor allem im Jugend- und Kinderbereich, wo die Eltern gern aufgeregter sind als die jungen Kicker selbst. Auch der Fußballverband Niederrhein hat das längst erkannt und deswegen vor einiger Zeit die „Fair-Play-Liga“ eingeführt. Die gilt für die jüngsten Jahrgänge und sieht vor, dass die Kinder ohne Schiedsrichter spielen, es keine Tabelle gibt und sich die Eltern ruhig verhalten müssen. Düsseldorfs Vereine gaben sich darüber hinaus selbst die Regel, dass Eltern mindestens 15 Meter Abstand zum Spielfeld einhalten müssen.

Dass es trotzdem immer wieder zu Ärger kommen kann, bewies ein E-Jugend-Spiel am Samstag zwischen der SG Unterrath und Ratingen 04/19. Lange Zeit lief alles ganz normal, die beiden Teams boten sich ein packendes Spiel, doch beim Stand von 4:4 gab es plötzlich Streit. Nach einem Foulspiel gerieten zwei Spieler aneinander. An sich nichts Besonderes. Doch dann lief der Vater eines der Kinder auf den Platz und soll das gegnerische Kind unsanft von seinem Sohn entfernt haben. Daraufhin stürmten auch andere Eltern auf den Platz. Zwar gab es genug schlichtende Eltern, die eine Eskalation verhinderten, das Spiel wurde trotzdem abgebrochen.

Die beiden Vereine bestätigten zwar den Vorfall, wollten sich aber nicht konkret äußern und das Thema zunächst intern besprechen. Christoph Dieckmann, Jugendschiedsrichter-Referent beim Fußballkreis, hatte bis zum gestrigen Anruf der WZ nichts von dem Fall gehört, wollte das Thema aber bei einer Sitzung am Montagabend ansprechen. „Das ist traurig für den Fußball. In den vergangenen Jahren ist es durch die Einführung der Fair-Play-Liga ruhiger geworden. Hoffen wir, dass es nur ein Einzelfall ist“, sagte Dieckmann.

Mehr von Westdeutsche Zeitung