ADFC testete mit 50 Radfahrern die neue Umweltspur in Düsseldorf

Umweltspur : So sieht der ADFC die neue Umweltspur in Düsseldorf

Der Club sieht aber auch Probleme, so können Busse die Radler etwa nicht überholen.

Die Umweltspuren lösen in Düsseldorf bisher Kontroversen aus. Während beklagt wird, dass sich der Verkehr nur noch mehr staut, und die Autos nun noch länger auf den Straßen stehen, sehen andere in ihnen eine Notwendigkeit, um alternative Wege zur Arbeit attraktiver zu machen. Während diese Debatte einen Langzeittest zur Klärung benötigt, testete der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) am Montag in der Frühe ein anderes Versprechen der Umweltspuren.

Neben PKW mit 3 oder mehr Fahrern und den Bussen, Taxis und E-Fahrzeugen soll die Umweltspur schließlich auch Radfahrern eine komfortable Möglichkeit bieten, sich durch die Stadt zu bewegen. Um 8 Uhr fanden sich daher rund 50 Radler mitten im stockenden Berufsverkehr auf der Werstener Straße zusammen, um die dritte und neuste Umweltspur zwischen Südpark und Corneliusstraße zu befahren. Überprüft werden sollte, ob sie bedrängt werden oder ob Autos versuchen würden, über die Umweltspur am Stau vorbeizufahren.

Während der Verkehr auf der Werstener Straße kaum voran kam, löste sich der Stau im weiteren Verlauf aber bald auf, sodass Rad und Auto ab der Einbiegung von der Werstener Straße in die Mecumstraße entspannt nebeneinanderher fahren konnten. Auch mit Bussen kamen die Radfahrer während ihrer viertelstündigen Fahrt nicht in Kontakt, dafür um so mehr mit anderen Radfahrern, welche die Umweltspur mittlerweile privat nutzen.

Auch wenn sich der ADFC vor allem für einen Ausbau von reinen Radwege auf den wichtigen Verkehrsachsen stark macht, ist Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des Düsseldorfer Ortsverbandes, mit dem Test zufrieden: „Das ist kein Goldstandard aber die Fahrt hat gut funktioniert.“ Über die hohe Resonanz an einem Montagmorgen freut sie sich natürlich. Dass die Radfahrer an diesem Morgen nicht zu übersehen waren, sei ein schöner Nebeneffekt des Tests: „Solche Aktionen helfen, Radfahrer als Verkehrsteilnehmer sichtbar zu machen.“ Andererseits ist der Test mit diesen Voraussetzungen auch weniger repräsentativ, schließlich fahren sonst selten 50 Radfahrer in der Kolonne und können dann eher verdrängt werden. Dass die Busse die Radfahrer auf der zu schmalen Umweltspur nicht überholen können, sei ein Problem. Schließlich müssten die Busse ihren Zeitplan einhalten, sollten die Radfahrer aber nicht bedrängen. Ob wirklich nur voll besetzte PKW die Umweltspur nutzen, sei schlussendlich auch nur schwierig zu kontrollieren. Wie gut die Verkehrsteilnehmer miteinander auf den Straßen mit Umweltspuren auskommen, wird sich also auch erst nach längerem Nutzen der Straßen herausstellen.