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Düsseldorf: Achenbach junior eröffnet eine Galerie

Düsseldorf : Achenbach junior eröffnet eine Galerie

Hagemeier & Achenbach nennt sich die neue Adresse in der Bel Etage am Kennedydamm.

Düsseldorf. Wenn ein Mitglied der Familie Achenbach ruft, kommen mindestens 200 Neugierige zu Besuch. So war es jetzt, als David Achenbach rief. Der Sohn von Helge Achenbach hat mit seiner Freundin Anna Hagemeier am Kennedydamm 1 eine Galerie eröffnet. Auf der Bel Etage einer Villa aus dem frühen 20. Jahrhundert empfängt er auf 200 Quadratmetern seine Gäste. Das ist erstaunlich für einen 30-Jährigen, der die Miete aus der eigenen Tasche hinblättern muss.

Anna Hagemeier, Tochter eines inzwischen verstorbenen Düsseldorfer Architekten aus einem berühmten Büro, fungiert als Geschäftsführerin. Sie ist erst 25 Jahre alt, hat Textil-Technologie an der Hochschule Niederrhein studiert, nennt sich eine Seiteinsteigerin, ist aber von Kunst genauso fasziniert wie ihr David. Achenbach junior hat das Leben eines Galeristen noch in rosigen Zeiten erprobt. Er studierte BWL in München sowie Kunst und Kunstbusiness am Sotheby’s Institut in London. Danach kehrte er nach Düsseldorf zurück und machte eine eigene Kunstberatung in Heerdt auf, in einer perfekt umfunktionierten Lagerhalle mit Oberlicht, die ihm sein Vater bis zur Verurteilung finanziert hat. Sein Projektraum war für Besucher hoch interessant. Er präsentierte nämlich junge, wichtige Künstler wie Andreas Fischer mit kolossalen Werken.

Zu jener Zeit übernahm der Filius vom Papa lediglich Aufgaben bei „State of the Art- International Art Advisory“, was sich mit „Kunststatus - Internationale Kunstberatung“ übersetzen lässt. In dieser als Aktiengesellschaft ausgelegten Firma saß David im Aufsichtsrat. Mit dem Imperium des Vaters brachen derlei Gesellschaften in sich zusammen, und David Achenbach zog nach Wuppertal in eine große, schöne Wohnung, die er sich mit Anna Hagemeier teilte. Dort eröffnete er im Februar 2016 die Firma Achenbach Hagemeier. Doch die Firmeninhaber sehnten sich nach Düsseldorf zurück. Wer kommt schon nach Wuppertal, um Kunst zu gucken, wenn er in Düsseldorf die Künstler und die Kollegen sitzen hat? So geben sie in diesen Tagen die Wohnung in Wuppertal auf. Eine Freundin, die zu ihrem Freund zieht, überlässt ihnen ihr Domizil in Oberkassel. Das Netzwerk des David Achenbach funktioniert also perfekt.

Wie in Wuppertal zeigt Achenbach junior nun auch in Düsseldorf bekannte und unbekannte Namen in seiner Ausstellung. Ein Hingucker ist ein Werk des berühmten Peter Halley. Es ist ein typischer Halley, ein geometrisches Gemälde in fluoreszierenden Farben. Ein privater Sammler hat den Junggaleristen das Werk zur Verfügung gestellt. Sie dürfen es auch verkaufen, sobald sich ein Interessent findet. Das Bild kommt über Hagemeier ins Haus, die wie ihr Freund gute Kontakte zu Sammlern hat. Mit den roten Farben im Verbund mit schrillem Grün zieht das Bild die Blicke sofort auf sich.

Unweit davon entfernt gibt es kleine Wandobjekte weiblicher Akte aus Stahldraht aus Editionen des berühmten Pop-Künstlers Tom Wesselmann. Daneben bauen die beiden Jung-Galeristen die Künstler ihrer Generation auf. Hier handelt es sich um noch unbekannte Namen. Ina Gerken etwa hat bei Winfried Virnich in Mainz studiert und ist Meisterschülerin von Katharina Grosse. Sie zeichnet sich durch etwas verwischte Abstraktionen aus.

Info: Die erste Ausstellung läuft bis zum 9. Juni. Die Galerie liegt Kennedydamm 1.

www.achenbachhagemeier.com