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Düsseldorf: Absturz eines Rechtsanwalts

Düsseldorf : Absturz eines Rechtsanwalts

Erfolgreicher Anwalt macht krumme Geschäfte mit Kunst.

Düsseldorf. Thilo L. lebte auf großem Fuß. Als erfolgreicher Anwalt gab er das Geld mit beiden Händen aus, wurde schon früh in die Düsseldorfer High-Society aufgenommen. Heute, mit 71 Jahren, ist Thilo L. allein, arbeitslos und vorbestraft. Freunde haben sich abgewandt, seine Zulassung als Anwalt hat er verloren — und das Gericht hat ihn jetzt wegen Betruges zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Vor Gericht gestand Thilo L., mit krummen Kunst-Geschäften zwei seiner Bekannten um mehr als 200 000 Euro geprellt zu haben. Er habe versucht, so aus der Schuldenfalle herauszukommen. Denn: Über viele Jahre hinweg hatte er mit Kunst gehandelt — Kreditunternehmen bewilligten ihm ohne zu zögern hohe Darlehenssummen. „Das ging so lange gut, bis der Kunstmarkt zusammenbrach“, so Thilo L.s Anwalt vor Gericht. Das Finanzamt machte Druck, Geschäftsleute drängelten auf Bezahlung.

Um sich etwas Luft zu verschaffen, gaukelte er einem Bekannten ein lukratives Kunstgeschäft vor: Mit ihm wolle er zwei Bilder des Künstlers Sigmar Polke zu einem Gesamtpreis von 200000 Euro ankaufen, um sie, wie so oft, weiterzuverkaufen. Thilo L. nahm den Anteil seines Bekannten entgegen, zu einem Kauf des Bildes kam es aber nie. Als Thilo L. merkte, dass diese Masche Erfolg hatte, machte er weiter.

Weil Thilo L. ein Geständnis ablegte und keine Vorstrafen hat, kam er mit einer Bewährungsstrafe davon. Seine Bekannten werden aber auf ihrem Verlust sitzen bleiben. Zurückzahlen kann Thilo L. die Summe „nicht einmal annähernd“.