Abfertigungs-Chaos am Düsseldorfer Flughafen: „Das darf es nicht wieder geben“

Abfertigungs-Chaos am Düsseldorfer Flughafen: „Das darf es nicht wieder geben“

Helge Scharfscheer, der neue Chef der Bundespolizei am Flughafen, spricht zum Abfertigungs-Chaos am Düsseldorfer Flughafen klare Worte.

Düsseldorf. Im Dienst ist Helge Scharfscheer schon seit einigen Wochen. Doch bislang hatte der neue Chef der Bundespolizei am Flughafen keine Zeit für eine offizielle Amtseinführung, denn er war gleich wegen des Abfertigungs-Chaos bei den Personen—Kontrollen gefordert, als seine Beamten für den Sicherheitsdienst Kötter in die Bresche springen mussten. Am Freitag wurde Scharfscheer im Rittersaal der Bundespolizei offiziell in Amt und Würden eingeführt. Und fand gleich klare Worte, was sich ändern muss.

In den Sommermonaten war es zeitweise chaotisch an den Schaltern zugegangen. Weil die Sicherheitsfirma Kötter zu wenig Mitarbeiter hat, mussten die Passagiere zum Teil stundenlang warten, bis sie abgefertigt wurden. Schließlich stellte die Bundespolizei Beamte ab, die halfen. „Das darf es nicht wieder geben“, machte der 49-Jährige deutlich, „wir verhandeln jetzt mit Kötter, damit sich eine solche Situation nicht wiederholt.“

Zurzeit hat sich die Lage entspannt, weil die Haupt-Reisezeit vorbei ist und es nach der Pleite von Air Berlin ohnehin weniger Flüge gibt. Wie Scharfscheer erklärte, könne man Kötter nicht einfach durch eine andere Firma ersetzen: „Es gibt laufende Verträge. Außerdem ist dafür das Bundesbeschaffungsamt zuständig.“

Unterstützung bekommt er von dem SPD-Bundestagsabgeordneten Andreas Rimkus, der am Freitag zu den Ehrengästen gehörte: „Die Sicherheit muss uns etwas wert sein. Man kann solche Aufgaben nicht einfach an Wirtschafts-Unternehmen vergeben.“ Er will sich dafür einsetzen, dass die Kontrollen an der Abfertigung wieder zu einer staatlichen Aufgabe werden: „Ich könnte mir eine Bundesanstalt vorstellen.“

Zur Medica-Messe hatte es in dieser Woche eine gemeinsame Aktion der Bundespolizisten von Flughafen und Hauptbahnhof mit der „Landpolizei“ gegeben. Gezielt wurden international arbeitende Taschendiebe aus dem Verkehr gezogen, die zu hochkarätigen Veranstaltungen einreisen, um Geschäftsleute auszunehmen.

Für Scharfscheer eine richtungsweisende Zusammenarbeit. Am Flughafen gibt es bereits eine gemeinsame Wache von Bundespolizei und Polizeipräsidium. Für den neuen Chef ist das ein „Leuchtturm-Projekt“, trotzdem ist es immer noch die Ausnahme: „Davon profitieren vor allem die Reisenden, die zu uns kommen.“ Im Bereich der Kriminalitäts-Bekämpfung gibt es bereits Kooperationsgruppen zwischen den Behörden. Erfolgreich ist die Zusammenarbeit vor allem im Kampf gegen Gepäck- und Taschendiebe. Hier konnten die Zahlen in den vergangenen Jahren erheblich reduziert werden.

Ein weiteres Großprojekt wartet schon auf den neuen Chef. Denn im Jahr 2020 muss die Bundespolizei ihr Gebäude an der Flughafenstraße räumen. Es wird abgerissen, weil dort die neue „Airport City“ entstehen soll. Inzwischen wird die Zeit knapp, denn die Beamten sollen natürlich weiter auf dem Flughafengelände arbeiten.

Wie Flughafen-Chef Thomas Schnalke berichtet, gibt es zurzeit zwei Optionen. In einem Fall handelt es sich um ein bestehendes Gebäude, das sich in der Nähe des Hummel-Hubschraubers befindet. Das müsste für die Bundespolizei hergerichtet werden. Außerdem ist ein Gelände in der Nähe der Parkhäuser im Gespräch. Dort müsste ein Neubau errichtet werden. „Auch das würden wir rechtzeitig schaffen“, ist Schnalke überzeugt.

Verabschiedet wurde am Freitag Udo Peltzer, der drei Jahre lang die Flughafen-Wache geleitet hat. Er wird Leiter Kriminalitätsbekämpfung und versprach seinem Nachfolger: „Ich kann sagen, dass es hier nie langweilig wird.“