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Abbruch von Vallourec-Werk in Düsseldorf Reisholz startet​

Firmen in Düsseldorf : Abriss des Reisholzer Vallourec-Werks

Neun bis zehn Monate soll der Abriss der Fabrik dauern. Der Einzug in die neuen Hallen für Gewerbe und Logistik ist 2024 geplant.

Mit etwas Verspätung steht jetzt der Abriss des ehemaligen Vallourec-Werks an der Reisholzer Bahnstraße unmittelbar bevor. Wie der neue Eigentümer Frasers Property Industrial auf Nachfrage mitteilt, soll es innerhalb der nächsten vier Wochen losgehen, die Abbruchanzeige sei eingereicht. Die Arbeiten sollen voraussichtlich neun bis zehn Monate dauern.

Der Entwickler und Eigentümer von Industrie- und Logistikimmobilien mit Sitz in Köln hatte den Kaufvertrag für das rund 140 000 Quadratmeter große Grundstück vor knapp einem Jahr unterschrieben. Eine hohe zweistellige Millionensumme war laut Vallourec geflossen. Entstehen soll ein Gewerbe- und Logistikpark mit Namen „The Tube“. Viel passiert ist auf dem Gelände selbst bislang nicht. So hat es laut einer Sprecherin des neuen Eigentümers eine Bestandsaufnahme für einen zertifizierten Rückbau gegeben. Zudem sei die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom getrennt worden. „Wir liegen etwas zurück zum eigentlichen Zeitplan“, sagt die Sprecherin. Die Covid-19-Einschränkungen hätten die Abstimmungen für das Projekt verzögert. Die Übergabe an die ersten Mieter soll nach Stand jetzt im ersten 1.Quartal 2024 möglich sein.

Als nächster Schritt steht der Rückbau der Gebäude an. Er soll nach Unternehmensangaben von der Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zertifiziert sein. Frasers Property Industrial spricht von der ersten Zertifizierung für ein Projekt dieser Größenordnung im industriellen Bereich. Das Ziel sei es, einen hohen Anteil der Materialien wiederverwenden und vor Ort aufbereiten zu können. Die Vergabeverhandlungen dafür seien nun abgeschlossen. Zum Zustand des Bodens nach mehr als 120 Jahren Industrie-Gelände hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass nur eine leichte Kontaminierung festgestellt worden sei. Das Rückbau- und Sanierungskonzept sei mit der Stadt im Detail abgestimmt.

Auch der Bauantrag ist laut Sprecherin von Frasers Property Industrial mittlerweile gestellt. Die Hallenflächen sollen in zwei Abschnitten entstehen, 73 000 Quadratmeter schließlich vermietet werden können.

Rund die Hälfte dieser Kapazität soll an Mieter gehen, die mehr als 10 000 Quadratmeter benötigen. Für den Rest sind Vermietungen ab 1500 Quadratmeter angedacht. Für Gewerbe sind 29 000 Quadratmeter vorgesehen. Für Industrie, Handel und Logistik 43 500 Quadratmeter.

Zur Vermarktung bislang sagt die Sprecherin: „Sie läuft sehr positiv, es herrscht rege Nachfrage.“ Mit zwei potenziellen Kunden stehe man kurz vor Unterzeichnung einer Absichtserklärung. „Wir gehen davon aus, dass die gesamte Fläche bis zur Fertigstellung vermietet sein wird.“ Rund 600 Arbeitsplätze sollen auf dem Gelände entstehen. Der Autoverkehr rund um das Areal wird wohl zunehmen, wenn sich Logistiker ansiedeln. Allerdings hatte das Unternehmen betont, sehr selektiv bei der Auswahl der Mieter vorzugehen. Sie müssten ins Stadtbild passen, auch Gutachten im Hinblick auf die Folgen einer Ansiedlung setzten Rahmenbedingungen.

Damit der ruhende Verkehr das Viertel möglichst nicht belastet, verweist das Unternehmen auf die eigenen Parkplätze. „Wir haben sehr darauf geachtet, dass wir die ruhenden Verkehre, die dem Standort zugeordnet werden können, auf dem Areal unterbringen können“, sagt die Sprecherin. Vorgesehen seien 321 PKW-Stellplätze sowie 61 für LKW. Da der Standort sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sei, gehe man davon aus, dass ein Großteil der Beschäftigten auch mit Bus oder Bahn zur Arbeit pendeln werde. Das letzte Stahlrohr im Vallourec-Werk war vor zwei Jahren gepresst worden. 121 Jahre lang hatte es dort eine Röhrenfabrik gegeben. Seit der vergangenen Woche steht fest, dass auch das Vallourec-Werk in Rath aufgegeben wird.