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7500 Rentner suchen eine WG

7500 Rentner suchen eine WG

Nicht alle Senioren wollen in der eigenen Wohnung alt werden. Sie fürchten die Einsamkeit und wollen in Gemeinschaft leben.

In der eigenen Wohnung alt werden: So lautet das derzeitige Kredo der städtischen Wohnungspolitik. Nur wollen das wirklich alle Senioren? Immerhin suchen nach einer Um,frage des Seniorenbeirats 7500 Düsseldorfer Rentner eine Wohngemeinschaft.

"Früher zog man, wenn man alt wurde, zu den Kindern, oder ging ins Altenheim", erklärte der Vorsitzende des Seniorenbeirats Hans Vonderhagen etwas plakativ zu Beginn der letzten Sitzung des Seniorenbeirats, auf der es in breit gefächerter Form um das Thema "Wohnen im Alter" ging.

Beiden Alternativen ist gemeinsam, dass der Lebensabend in Gemeinschaft verbracht wird - entweder der eigenen Familie oder Gleichaltrigen.

Heute will niemand mehr ins Altenheim (das in den meisten Fällen ein Pflegeheim ist) und die eigenen Familien sind meist in alle Winde verstreut. Deshalb werden alternative Wohnformen immer wichtiger - sei es in Form einer reinen Alten-WG oder eine WG der Generationen. Dafür gibt es in Düsseldorf schon einige Beispiele.

Aktiv-Vital Vor mehr als einem Jahrzehnt entwarf die Architektin Lis Arntraud Dieterich in Mörsenbroich einen Häuserkomplex ohne festgelegten Wohnungsquerschnitt, bei die Zimmer der einen oder anderen Wohnung zugeordnet werden können. So wurden die Wohnungen nach dem Auszug der Kinder in der Größe angepasst und die gut funktionierende Hausgemeinschaft blieb erhalten.

Miteinander Seit eineinhalb Jahren erprobt in Oberkassel der Verein "Miteinander - Wohnen in Verantwortung" das Leben in der Gemeinschaft. "Zusammengewachsen sind wir aber erst, seitdem wir nicht nur gemeinsam leben, sondern gemeinsam auf dem Abenteuerspielplatz in Oberkassel einen kleinen Garten angelegt haben", berichtet die Organisatorion Anne Leyendecker.

Wohnungwirtschaft Auf dem Neubaugelände am Derendorfer Bahnhof plant die Interboden einige Wohngemeinschaften. Sie können laut Projekt-Entwickler Reiner Götzner sowohl von Studenten wie von alten Menschen bezogen werden. Überhaupt würden sich mittlerweile immer mehr Investoren für alternative Wohnformen interessierten, berichtete Armin Bank vom Wohnungsamt. Problematisch sei teilweise die Vermarktung, weil einige Parteien Eigentum erwerben , andere aber nur zur Miete wohnen wollten.