60 Feuerwehrleute haben den Kö-Bogen gerettet

60 Feuerwehrleute haben den Kö-Bogen gerettet

Bei den Löscharbeiten wurden zwei Wehrleute verletzt. Der Notruf war gegen 3.35 Uhr eingegangen.

Düsseldorf. Für ein Bauprojekt dieser Größenordnung ist am Kö-Bogen bisher eigentlich alles ziemlich glatt gelaufen. Bis Freitagnacht.

Das Feuer hätte beinahe alles zerstören können. Ausgebrochen war es in dem Gebäudetrakt, der zur Kö hin liegt. Genauer: In dem Ladenlokal, in das schon bald das Modelabel Windsor einziehen will.

Von da aus breiteten sich die Flammen in den Joop-Laden aus. „Besonders traurig ist, dass gerade diese beiden Geschäfte schon fast fertig waren“, sagt Alexandra Iwan von der PR-Agentur „Textschwestern“, die die Pressearbeit für das Projekt macht.

Am Freitag waren die beiden betroffenen Geschäfte nicht mehr wiederzuerkennen. Schwarz verbrannte Wände, kaputte Scheiben — ansatzweise kann man erahnen, was sich hier abgespielt haben muss, als die Feuerwehr in der Nacht zum Freitag gegen 3.40 Uhr an der Einsatzstelle ankam.

Starker Rauch hatte sich entwickelt, Flammen schlugen den Einsatzkräften aus dem 200 Quadratmeter großen Windsor-Ladenlokal — das über zwei Etagen reicht — entgegen.

Die Glasscheiben am Eingangsbereich waren bereits geschmolzen, die Temperatur stieg wohl auf mehr als 1000 Grad Celsius. Weitere Scheiben wurden absichtlich zerstört, damit Rauch und Hitze entweichen konnten. „Eigentlich hat das Gebäude einen guten Brandschutz. Der war aber noch nicht in Betrieb“, sagte Feuerwehr-Sprecher Heinz Engels.

Mit rund 60 Einsatzkräften kämpften die Feuerwehrleute die ganze Nacht. Zwei von ihnen wurden bei dem Einsatz verletzt. Einer durch eine herabfallende Gips-Deckenplatte, der andere erlitt eine Schnittverletzung.

„Sie waren im Krankenhaus, wurden aber schon nach Hause entlassen“, sagt Heinz Engels. Wegen der Löscharbeiten musste die Rheinbahn den Straßenbahnbetrieb einstellen, erst ab 7.30 Uhr fuhren die Züge wieder.

Projektentwickler Stefan Mühling zeigte sich am Freitag bei einer eilends einberufenen Pressekonferenz noch schockiert von dem Geschehen. Angaben dazu, welche Geschäfte den geplanten Eröffnungstermin am 17. Oktober halten können, konnte er nicht machen.

Nur so viel ist klar: Der Büromieter in den oberen Etagen ist nicht unmittelbar betroffen: Die Boston Consulting Group will ohnehin erst in einem Jahr einziehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung