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4,4 Millionen für neue Walztechnik

4,4 Millionen für neue Walztechnik

Vallourec investiert in Rather Standort. Der internationale Rohrhersteller zeigte eine neue Erfindung.

Die Firma Vallourec hat eine neue Walztechnik eingeweiht. Um die Produktion von Stahlrohren zu verbessern, wurden 4,4 Millionen in ein neues Gerät investiert: ein neues Walzwerk, das mit der Firma Danieli entwickelt wurde. Das alte wurde dafür im Dezember 2016 und Januar 2017 innerhalb von zwei Monaten ausgetauscht. Der international aufgestellte Konzern möchte damit vor allem hochwertige Stahlrohre herstellen — einfacher und mit weniger Kosten.

Foto: Sergej Lepke

„Ziel ist, auf dem Markt in Sachen Technik weiterhin vorne zu bleiben“, sagte Vorstandsvorsitzender Philippe Crouzet. Vallourec fertigt unter anderem Teile für Brücken, Gebäude und Pipelines, für Pkw und Lkw, für Maschinen und Kraftwerkskessel. Die Firma sei mittlerweile in 20 Ländern aktiv — und sei in Deutschland vorwiegend für die Industrie im Einsatz. Das Kraftwerk Lausward am Düsseldorfer Hafen gilt als einer der bedeutendsten Kunden.

Um bei Aufträgen wie diesen möglichst genau arbeiten zu können und teils ungewöhnliche Größen, Wanddicken und Längen zu liefern, wurde eines der Walzwerke, das sogenannte Schrägwalzwerk, weiterentwickelt. Es ist ein Baustein im Ablauf, vom angelieferten Stahl als Rohmaterial bis zum gewünschten fertigen Rohr. Dafür wurden in einer der Fertigungshallen alle Maschinen und weiteren Bestandteile abgebaut und später wieder neu zusammengesetzt. Weitere Teile wie der Steuerungsbereich für die Mitarbeiter wurden dabei gleich mit erneuert.

Seit einigen Wochen läuft die Produktion bereits. Auf rund 1800 Grad aufgeheizt und gepresst, wird ein großes Stück rot glühender Stahl hochgehoben, gekippt und mit einem Kran in die neue Anlage gefahren. Die Walztechnik mit nun drei statt zwei Walzen macht es möglich, dass der heiße Stahl nur noch einmal statt wie vorher zwei- bis dreimal dort hindurch muss.

Wenige Minuten dauert es, bis ein Dorn mithilfe der Walzen, die das Material hin und her drehen, die Arbeit getan haben und das runde Stück Stahl gelocht haben. „Die neue Technik ist vom Ablauf her einfacher und kostet uns viel weniger Energie. Zugleich kann man den Stahl viel präziser bearbeiten, was Größe und Dicke angeht“, sagt Christoph Bem, Leiter der Niederlassung in Düsseldorf. Heraus kommt ein Stück Rohr, das in der Fabrik in weiteren Schritten noch verarbeitet wird, unter anderem wird es auf die richtige Länge zugeschnitten. Insgesamt sei die Technik ein entscheidender Vorteil bei den Auftraggebern, die auf diese Genauigkeit angewiesen sind. „Die Nachfrage hochwertiger Produkte wird steigen“, sagt Crouzet.

An die Kunden werde allerdings schon seit Wochen geliefert, die mittlerweile nun vollständig automatisierte Produktion steige stetig an, ergänzt Bem. Im Juli soll dann die endgültige technische Abnahme des neuen Walzwerkes erfolgen.