3000 Läufer beim Martinslauf um den Unterbacher See

Volkslauf am Unterbacher See: Martinslauf: Der Titelverteidiger schaut nur zu

Unterbach Nikki Johnstone fällt aus, die Rennen um den See haben es dennoch in sich.

Mehr als 3000 Läufer haben sich für den 41. Martinslauf des SFD 75 am Südstrand des Unterbacher Sees angemeldet. Der Lauf über zehn Kilometer ist mit 1200 Startern ausgebucht. Lediglich für den Halbmaraton über 21,1 Kilometer gibt es noch 120 Restplätze. Der  startet am Sonntag um 11.30 Uhr.

„Hält sich das trockene Herbstwetter, rechne ich noch mit 250 Läufern, die sich am Sonntagmorgen bis jeweils eine Stunde vor dem jeweiligen Lauf nachmelden“, sagt Organisationschef Bernd Zahlten zum großen Läuferandrang am Unterbacher See, wo seit Donnerstag die Infrastruktur mit dem Aufbau von Zelten geschaffen wird. Sorgen bereitet dem SFD 75 allerdings noch die Anfahrtssituation, denn am Südstrand gibt es längst nicht genug Parkplätze, so dass auch am etwa 1,5 Kilometer entfernten Nordstrand geparkt werden muss. Die Rheinbahn setzt darüber hinaus Sonderbusse von Eller aus ein.

SFD-Läufer sind in der Organisation gefragt

Geht man die Namen der bisher gemeldeten Läufer durch, dann findet man nur ganz wenige Läufer, die am Unterbacher See schon mal zum Erfolg gekommen waren — wie den Hildener Michael Claesges (55 Jahre), der sogar schon zweimal (zuletzt 2016) auch im fortgeschrittenen Alter den Halbmarathon gewonnen hatte.

Ein anderer, der sich in den vergangenen Jahren ebenfalls in die Siegerliste eintragen konnte, fehlt dagegen. „Eigentlich wäre ich auch mitgelaufen“, sagt der ART-Dauerläufer und Vorjahressieger Nikki Johnstone. Diesmal wird sich der 34-Jährige mit schottischen Wurzeln das Geschehen am Unterbacher See zusammen mit Freundin Dioni Gorla (ART)  aber nur anschauen. Grund ist eine OP, die er am vergangenen Dienstag über sich ergehen lassen musste: Eine Platte musste bei ihm wieder aus der Schulter raus. Die musste dem Lehrer im Januar 2017 eingesetzt werden, weil er als Radfahrer mit einer Nobelkarosse zusammengestoßen war. Bei dem operativen Eingriff war die Anästhesistin reichlich beunruhigt, dass bei Nikki Johnstone ein Ruhepuls von nur 37 Schlägen pro Minute registriert wurde. „Als ich ihr später gesagte habe, dass ich Leistungssport betreibe, verzogen sich bei ihr die Sorgenfalten“, ergänzte der Schotte, der ein paar Tage mit dem Laufsport aussetzen muss. Johnstone schätzt, dass Andreas Sprott vom Running Team Grafenberg den Lauf über die 21,1 Kilometer gewinnt — wie zuletzt beim Rhein-City-Run nach Duisburg.

Dafür spricht auch, dass die starken Läufer des SFD 75 nicht mitlaufen dürfen, weil sie wichtige Aufgaben in der Organisation haben. Daher starten sie am Vortag zu einem vereinsinterneren Rennen über zehn Kilometer. Auf das muss ihr Bester, Maximilian Thorwirth, allerdings wegen Uni-Verpflichtungen verzichten. Bernd Zahlten weiß, wie sehr sich die SFD-Läufer auf das „Vorrennen“ freuen. Der 33-jährige Alexander Goßmann hat den deutlich jüngeren Vereinskollegen um Abdelmalek Bahri (21 Jahre) oder Mammadou Diallo (22 Jahre) schon mal ein schnelles Rennen angekündigt.

Das Ambiente beim Martinslauf ist immer schön: St. Martin hoch zu Ross in römischer Rüstung, überreicht den 600 Kinderläufern ihren Weckmann. Dazu gibt es Medaillen. Zudem fällt beim Düsseldorfer Laufcup — ein Wettbewerb über mehrere Monate und Läufe — die Entscheidung, für die Sieger gibt es Gutscheine bis 150 Euro.

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