3,8 Millionen Kirmesbesucher in Düsseldorf: Unwetter verhindert Rekord

Bilanz : 3,8 Millionen Kirmesbesucher in Düsseldorf: Unwetter verhindert neuen Rekord

Am Samstag wurde der Kirmesplatz für dreieinhalb Stunden geräumt. Dennoch fällt die Bilanz positiv aus.

Für Kirmes-Architekt Thomas König fühlte es sich an wie eine Ewigkeit: Dass am Samstagnachmittag - zur besucherstärksten Zeit - der komplette Kirmesplatz wegen einer Unwetterwarnung geräumt werden musste, passte so gar nicht zu seinem Plan, dieses Jahr einen Besucherrekord zu erzielen. Und so fühlten sich die dreieinhalb Stunden, in denen die Buden verwaist waren und die Fahrgeschäfte still standen an wie mindestens sechs, sagt er. Rund 400 000 Besucher, schätzt er, fehlen nun in der Statistik des Kirmesjahres 2019. Und so kommt König für dieses Jahr auf  eine Besucherzahl von 3,8 Millionen. Im Vorjahr waren es 4,1 Millionen.

Das Wetter zeigte in diesem Jahr seine ganze Bandbreite: Unter der glühenden Sonne hatten die Schausteller beim Aufbau geschwitzt, im Nieselregen wurde die Kirmes eröffnet. Von Samstag bis zum Feuerwerks-Freitag herrschte perfektes Kirmeswetter, es war trocken, aber nicht zu heiß. Und schließlich sorgten Starkregen und die Unwetterwarnung zur Zwangspause am letzten Kirmes-Samstag. Zuletzt hatte es 2017 eine wetterbedingte Räumung gegeben. „Das war aber an einem Mittwochnachmittag, der in der Regel nicht so stark besucht ist wie ein Samstag“, erläutert König.

Die Räumung habe aber tadellos funktioniert. Dank der guten Kommunikation, dass die Kirmes ab 19 Uhr wieder öffnete, standen die Besucher zu der Zeit an den Eingängen bereit, um auf den Platz zu strömen. „Wir haben das Beste daraus gemacht. Sogar an diesem Abend haben die Schausteller noch ein gutes Geschäft gemacht“, so König.

Seine Bilanz fällt insgesamt deutlich positiv aus. Das Konzept, noch mehr auf Familien zu setzen, sei aufgegangen: „Dadurch, dass sehr viele Familien die Kirmes besucht haben, war der Platz nicht nur an den Abenden, sondern auch nachmittags richtig gut besucht.“ Auch die Schausteller seien mit den Einnahmen in diesem Jahr sehr zufrieden: „Was die Schausteller hier in Düsseldorf einnehmen, bietet Rücklagen für andere Veranstaltungen, die nicht so gut laufen“, erläutert Schützenchef Lothar Inden.

Das Fazit der Polizei ist durchweg positiv. In zehn Tagen Kirmes gab es 15 Körperverletzungen, zwei Raubdelikte und 17 Taschendiebstähle. Eine Taschendiebin nahm die Polizei am Dienstag fest: Die junge Frau hatte im Zelt einen Mann angetanzt und ihm dabei die Geldbörse geklaut, so Sprecher Markus Niesczery. Bis zu 100 Beamte waren täglich auf dem Platz im Einsatz, um allein durch die Präsenz zu verdeutlichen: Die Kirmes ist kein Ort für Kriminalität und Krawall. Auch potenzielle Opfer von Taschendiebstählen sind von den Beamten angesprochen worden, den Rucksack zu schließen oder die Taschen nicht an den Kinderwagen zu hängen, sondern besser am Körper zu tragen.

Auch vom Rettungsdienst kommt eine erfreuliche Nachricht: Nur 386 Menschen mussten medizinisch versorgt werden, im Jahr zuvor waren es  783. Thomas Hußmann von der Feuerwehr schreibt diese Entwicklung dem Wetter zu. „Es war nicht so heiß wie 2018 und deshalb gab es  weniger Kreislaufzusammenbrüche.“

Sehr zufrieden sind die Veranstalter mit dem neuen Hochbahnsteig am Luegplatz, der erst kurz vor Beginn des Volksfestes fertig geworden ist. Der Besucherstrom sei so entzerrt worden. Heftiges Gedränge am Bahnsteig wie in den vergangenen Jahren habe es deshalb nicht gegeben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung