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2860 Geflüchtete haben Arbeit

2860 Geflüchtete haben Arbeit

Die Zahl der Beschäftigten, die aus Asylherkunftsländern stammen, hat sich seit 2015 mehr als verdoppelt. Die wesentlichen Akteure sehen in einer Hinsicht aber weiter Verbesserungsbedarf.

Sprache und Arbeit — das sind zwei der entscheidenden Punkte bei der Integration geflüchteter Menschen. Düsseldorf hat mit Blick auf die beiden Aspekte gute Ergebnisse erreicht, bei der Sprache aber auch noch erkennbare Möglichkeiten, Angebot und Ergebnis zu verbessern.

Die Statistik Der Vorsitzende der Agentur für Arbeit in Düsseldorf, Roland Schüßler, hat am Mittwoch bei den Beschäftigungszahlen einen deutlich Zuwachs gemeldet. Danach gehen aktuell 2600 geflüchtete Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, 260 absolvieren eine Ausbildung. Die Zahl der Beschäftigten aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern habe sich seit 2015 mehr als verdoppelt. Die am häufigsten gewählten Ausbildungen sind laut Schüßler Kfz-Technik, Arzt- und Praxishilfe sowie Friseur und Kosmetiker. Der Großteil der genannten 260 Auszubildenden komme aus Syrien oder Afghanistan.

Die Arbeitgeber Die Düsseldorfer Handwerks- sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) haben zu diesen Fortschritten wesentlich beigetragen. Im vergangenen Jahr haben 113 Geflüchtete aus einem der acht Hauptherkunftsländer eine Lehre im Düsseldorfer Handwerk aufgenommen, berichtete Axel Fuhrmann, Geschäftsführer der Handwerkskammer. Die Aufnahmebereitschaft der Unternehmen sei hoch.

Die IHK beteiligt sich seit 2017 an dem Projekt „Willkommenslotsen“. Dadurch steht den Geflüchteten für Fragen verlässlich ein Ansprechpartner zur Seite — im Idealfall sogar außerhalb der Arbeitszeit. Bisher seien so 76 Geflüchtete in Arbeit oder Ausbildung vermittelt worden, teilte IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen mit: 47 davon in Ausbildung, 19 in Einstiegsqualifizierungen und zehn in Arbeit.

Die Kritik Beim Sprachunterricht haben die genannten Akteure noch Luft nach oben ausgemacht. Größte Hürde für die Vermittlung seien nach wie vor die unzureichenden Deutschkenntnisse, erklärte Berghausen. „Folglich müssten viel mehr Deutschkurse in kleinen Gruppen angeboten und frühzeitig mit den Praktika verzahnt werden, damit Flüchtlinge den beruflichen Einstieg leichter und schneller schaffen können.“

Der Geschäftsführer der Handwerkskammer ergänzt diesen Punkt: Für den Erfolg der Flüchtlingsintegration in Ausbildung ist maßgeblich, dass der Spracherwerb nicht nur pro forma erfolgt und die Stützungsangebote ineinandergreifen.“

Dies bestätigen die Unternehmer, die Geflüchtete beschäftigen, etwa Christian Klemm, Ausbilder von SHK Niepmann. Im Unternehmen macht ein Geflüchteter aus Afghanistan eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Schon vor Ausbildungsantritt haben wir die regelmäßige Teilnahme am Stützungsunterricht vereinbart. Wichtig war uns von Beginn an, dass wir gemeinsam an dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung arbeiten“, sagte Christian Klemm.