21 neue Kitas und ein Navigator für die Tagespflege

21 neue Kitas und ein Navigator für die Tagespflege

Stadt baut Betreuungsangebote für Kleinkinder weiter aus, dennoch gehen im Sommer mindestens 1500 leer aus.

Beim Thema Kinderbetreuung muss sich die Stadt ein wenig wie der Hase im Wettlauf mit dem Igel vorkommen. Sie baut seit Jahren Kita- und Tagespflegeplätze beträchtlich aus, kommt jedoch vor allem bei der U3-Quote (Kinder unter drei Jahren) nicht so recht von der Stelle — denn: Düsseldorf wächst und in der Folge gibt es Jahr um Jahr mehr Kinder.

Knapp 500 neue Plätze schafft die Stadt im neuen Kindergartenjahr 2018/19 , 171 für U3, 323 für Drei- bis Sechsjährige. Die U3-Versorgungsquote erreicht damit 47,8 Prozent. Hätte sich die Zahl der Kinder seit 2013 nicht um gut 2000 erhöht, hätte man schon 53 Prozent erreicht. Und so werden im August wieder zunächst einmal „1500 Kleinkinder plus x keinen Betreuungsplatz haben“, sagt Jugenddezernent Burkhard Hint sche. Diese Zahl werde sich dann bis zum Herbst deutlich verringern, weil neue Kitas öffnen, vor allem aber weil Eltern auf Tagespflegeplätze auweichen.

Als zweite große Herausforderung neben dem Bevölkerungswachstum nennt Hintzsche den Mangel an Flächen für neue Kitas: „Wir suchen dringend Bauflächen, nehmen jetzt auch nicht mehr benötigte Sportflächen oder Schulgrundstücke ins Visier.“ Dennoch gehen noch im Jahr 2018 elf neue Kitas ans Netz, bis Sommer 2019 kommen weitere zehn dazu — zum Teil freilich als Ersatzneubau an gleicher Stelle oder als Provisorium (Container).

Forcieren will das Jugendamt auch den Ausbau der Tagespflege, nicht zuletzt, weil der schneller geht. So werde im August ein „Tagespflege-Navigator“ als Pendant zum Online-Vormerksystem bei Kitas eingeführt, kündigt Amtsleiter Johannes Horn an. Die Tagespflege in privat angemieteten Räumen boome auch auf der Anbieterseite, sagt er, man habe aktuell Angebote für 30 neue Großtagespflegen (die neun Kinder betreuen) vorliegen — offenbar ist das ein nicht so unlukratives Beschäftigungsfeld. Der Stadt soll’s recht sein, sie kann jeden Betreuungsplatz brauchen, „wir müssen allerdings streng auf die Qualität achten“, sagt Horn. Schon jetzt geht ein Drittel der insgesamt etwa 9000 betreuten U3-Kinder zu Tagesmutter oder -vater. In den Kitas verschiebt die Stadt das Gewicht leicht in Richtung „Ü3“, etwa indem sie den Anteil der über dreijährigen Kinder in den Gruppen etwas erhöht.

Insgesamt werden 219 Millionen Euro in die Kinderbetreuung investiert, 77 Millionen davon soll das Land übernehmen. Hintzsche hält das für zu wenig: „Das Finanzierungssystem ist an der Stelle nicht ausreichend, wir brauchen mehr Geld für den Ausbau von Betreuungsplätzen.“