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200 Flüchtlinge kommen in Golzheim unter

200 Flüchtlinge kommen in Golzheim unter

Kirche stellt Altenheim bereit, in Benrath baut die IDR ab Januar Fertighäuser.

Düsseldorf. Der große Durchbruch zur Schaffung vieler neuer Unterkünfte für Flüchtlinge wurde auch am Dienstag nicht geschafft. Fortschritte auf mehreren Gebieten aber lassen sich nach der zweiten Sitzung des Runden Tisches zu Asyl- und Flüchtlingsfragen im Rathaus durchaus verzeichnen. So wird das von OB Thomas Geisel avisierte Ziel, bis Jahresende zumindest 400 neue Plätze zu schaffen, wohl erreicht.

Der größte Teil mit bis zu 200 Menschen kommt kurzfristig in Golzheim unter, im ehemaligen Altenheim der evangelischen Tersteegen-Gemeinde. Des Weiteren ist die Bauverwaltung in mehreren Wohnungen (unter anderem in Flingern) fündig geworden. Von dem Ziel, so viele Plätze zu schaffen, dass nicht mehr 700 Flüchtlinge in Hotels wohnen müssen, muss sich die Stadt aber erst einmal verabschieden. Dafür wächst die Zahl der Neuankömmlinge zu rasch, aktuell sind 1800 Flüchtlinge in Düsseldorf, in einem Jahr sollen es schon 3000 sein.

Anfang nächsten Jahres soll dann die — in der WZ bereits vorgestellte — Errichtung von mobilen Systembauten an der Benrodestraße in Benrath beginnen. Die Regie hat die Stadt ihrer „Tochter“ IDR übergeben. Auch dort sollen 200 Flüchtlinge wohnen können.

Geisel begrüßte rund 50 Vertreter von Kirchen, Sozialverbänden, Parteien und Stadtverwaltung beim Runden Tisch und lobte die große Hilfsbereitschaft der Bürger. Neben der Frage der Unterbringung spielt auch die der Betreuung eine große Rolle. So wird das Jugendamt samt Partnern die Lotsenfunktion zur Förderung der Integration der über 600 Kinder ausbauen. Konkret sollen ausreichend Plätze für „Seiteneinsteiger“ in Kitas und Schulen geschaffen werden, was räumliche Erweiterungen einschließt.

Im medizinischen Bereich soll die Ausstellung von Krankenscheinen für Flüchtlinge vereinfacht werden, Gesundheitsamt und Ärzte bieten Impfungen an. Und: Die Anbieter der Familienbildung (etwa Deutschkurse) sowie Sportvereine werden stärker eingebunden, die bei verschiedenen Trägern Flüchtlingen helfenden Ehrenamtler enger vernetzt.