19 „Drachen-Bobs“ kämpfen um den Sieg

19 „Drachen-Bobs“ kämpfen um den Sieg

Die Schweinegrippe schlug zu: Von den 30 Teams sagten elf ihre Teilnahme ab.

Düsseldorf. "Dass man mit Booten auf dem Eis unterwegs ist, kommt mir schon ein wenig merkwürdig vor. Ich würde gerne wissen, wer auf die Idee gekommen ist", fragt sich Masa Higashi. Der Japaner gehört mit fünf weiteren Landsleuten zum Team "NTT Europe". Sein Teamkapitän Marc Fröse teilt derweil seine Mitstreiter ein. "Mir ist wichtig, dass jeder einmal ins Boot darf, außerdem müssen wir natürlich auch ein wenig strategisch die Kräfte verteilen", sagt Fröse. Seine Mannschaft ist eine von 19 an diesem Tag. Ursprünglich sollten 30 Teams antreten. Allerdings funkte die Schweinegrippe dazwischen: Zu viele Eisboot-Athleten mussten erkrankt ihre Teilnahme absagen.

Bei der Drachenboot-Regatta auf der Eisfläche des Rather Doms werden die Original-Boote aus dem Wasser geholt und auf einen Untersatz mit Kufen gesetzt. Vorwärts bewegen sich die Drachen, indem sich die Besatzung an Seilen nach vorne zieht. Zu den schwierigen Dingen auf der 100 Meter langen Strecke gehört die Wende. Die haben Sebastian Hake und sein Team in der eigenen Werkstatt geprobt. "Wir haben die Werkbänke der Länge nach zusammengestellt und uns dann daraufgesetzt. So konnte man die Wende gut testen", sagt der Chef von Hake-Tronik.

Auch sonst hat sich der Teamkapitän intensiv mit der Strategie für das Rennen, bei dem immer drei Boote in direkten Vergleich gegeneinander antreten, auseinander gesetzt, was zum Schluss den zweiten Platz in der Gesamtwertung bringt. "Man muss immer die Füße fest auf den Boden drücken, dann hat man mehr Kraft in den Armen. Außerdem muss ich auch darauf achten, dass die Mitglieder mit den längsten Armen vorne und hinten im Boot sitzen, das ist effektiver", erläutert Hake.

Ziemlich ehrgeizig sind die Damen der Stadtwerke, die erstmals als reines Frauenteam beim Rennen antreten. "Wir trainieren jeden Montag auf dem Wasser und kurz vor dem Rennen, haben wir uns sogar zweimal pro Woche getroffen, um fit zu sein", sagt Teamkapitän Silvia Mandt. Streng ist sie auch bei den Erfrischungsgetränken für die Bootsbesatzung. "Bier gibt es erst nach den Rennen, da feiern wir noch in der Altstadt."

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