1. NRW
  2. Düsseldorf

Düsseldorf: 150.000 Euro Miese durch Arena-Flops

Düsseldorf : 150.000 Euro Miese durch Arena-Flops

Die gescheiterten Sommerveranstaltungen in der Arena hinterlassen ein finanzielles Loch. CDU fordert eine personelle Neuaufstellung.

Düsseldorf. Das Desaster rund um den „Arena-Sommer“ ist perfekt. Als letzte Veranstaltung der Reihe hätte vorigen Samstag ein Rap-Festival über die Bühne gehen sollen. Immerhin waren Branchengrößen wie „187 Straßenbande“ und „Kontra K“ für den so genannten „Arena-Jam“ angekündigt. Doch eine Woche vor dem Termin wurde alles gekippt, es waren zu wenige Tickets verkauft worden.

Düsseldorf: 150.000 Euro Miese durch Arena-Flops

Zuvor hatte vor allem das gefloppte „Premium Bierfest“ für Schlagzeilen gesorgt. Dabei gab es leere Bänke statt die versprochene „ausgelassene Biergarten-Atmosphäre“. Ein fragwürdiges Konzept, geschönte Besucherzahlen und der vergebliche Versuch, in quasi letzter Minute noch Werbung in Seniorenheimen zu platzieren — all das sorgte für Hohn und Spott. In der Reihe folgte ein mäßig besuchtes Konzert von „Porno al Forno“ mit EM-Public-Viewing.

Was bleibt von diesem Arena-Sommer? Vor allem wohl ein Loch in der Kasse der Betreibergesellschaft Düsseldorf Congress Sport & Event (DCSE). Mindestens 150 000 Euro Miese dürften es sein. Allein die installierte Technik (Leinwand, Bühne etc) schlug mit ca. 120 000 Euro zu Buche. Wobei die nicht nur für den Arena-Sommer, sondern auch für vier Firmenevents genutzt wurde.

Diese Kombination war übrigens Kern der Arena-Sommer-Idee: Die für Firmenveranstaltungen ohnehin vorhandene Ausstattung sollte teils auch für eigene Veranstaltungen genutzt werden — auf diese Weise könne man kostengünstig die Arena in der Sommerpause bespielen. So jedenfalls der Plan. Finanziert werden sollte das aus dem laufenden Etat, von Anfang an war freilich mit einem kleinen Minus kalkuliert worden. Wie sich das nun wohl größere Finanzloch auf den Etat auswirkt (2015 lag der Gewinn nach Steuern bei 110 000 Euro), ist noch unklar.

Als problematisch erwies sich das relativ kurzfristig angesetzte Konzert von AC/DC: Erst am 22. Mai wurde bekannt gegeben, dass die australischen Hardrocker am 15. Juni in der Arena spielen — und erst dann war klar, dass das Bierfest wie geplant am 18. und 19. Juni stattfinden konnte. Vorher wäre auch eine Termin-Kollision möglich gewesen. So gab es kaum Zeit für Marketing und ordentliche Vorbereitung.

Wie viele widrige Umstände und wie viele handwerkliche Fehler stecken also im Desaster „Arena-Sommer“? Diese Frage wird, je nach Parteicouleur, unterschiedlich beantwortet. Von der CDU-Opposition kommen scharfe Töne. Die Landtagskandidatin Angela Erwin stellt das ganze Konzept in Frage: „Mit solchen Veranstaltungen kann man in der Arena nichts gewinnen. Die ist — außer für Fußball — vor allem für große Konzerte da.“

Dass es davon zu wenige gebe, liege auch an fehlendem Sachverstand, meint CDU-Chef Thomas Jarzombek. Mit Blick auf die frühere SPD-Bürgermeisterin Gudrun Hock, die als dritte Geschäftsführerin der DCSE installiert wurde, sagte er: „Wir brauchen an dieser Stelle besser einen Profi als mehrere Versorgte.“