Düsseldorf: 13 Verträge in sieben Jahren: Viele Lehrer stecken in der Befristungsfalle

Düsseldorf : 13 Verträge in sieben Jahren: Viele Lehrer stecken in der Befristungsfalle

Viele hangeln sich jahrelang von Vertrag zu Vertrag. Oft sind es Kollegen, die keine reguläre Ausbildung haben.

Düsseldorf. Verbeamtung auf Lebenszeit — das ist auch heute noch die klassische Lehrerkarriere, drei Jahre nach dem Referendariat erreicht man den Status normalerweise. Doch für viele sieht es anders aus. Sven Körners jüngster Vertrag lief vom 22. Januar bis zum 5. Mai, der aktuelle vom 6. Mai bis zum 11. August. Seit knapp drei Jahren schlägt er sich so durch.

Lehrer mit befristeten Verträgen, in Düsseldorf wie anderswo ist das keine Seltenheit. Sie springen oft für Kollegen ein, die in Mutterschutz, Elternzeit oder Sabbatjahr gehen. Und oft sind das Kollegen, die keine reguläre Ausbildung für den Job haben. Doch manche bewähren sich in der neuen Aufgabe.

Sven Körner unterrichtet an der Hauptschule St. Benedikt in Stadtmitte Sport, an der Hochschule in Köln hat er sein Diplom gemacht. Während des Studiums sammelte er schon pädagogische Erfahrungen, als er jahrelang an einer Grundschule Sportangebote im Ganztag machte. Nach dem Diplom erfuhr er von einer Vertretungsstelle an St. Benedikt.

An seiner Eignung für den Job hat Körner keinen Zweifel. Er verweist auf Didaktikkenntnisse aus dem Studium, die langjährige Arbeit mit Kindern. „Gerade an der Hauptschule besteht der Lehrerjob zu einem großen Teil aus Beziehungsarbeit.“ Er wurde zum Vertrauenslehrer gewählt.

Deshalb hofft Körner nun auf eine Entfristung seines Vertrages. Doch eine rechtliche Basis dafür gibt es bei ihm nicht — zumindest noch nicht. Es gibt durchaus Kollegen, denen nach Jahren befristeter Verträge der Übergang in eine unbefristete Anstellung gelungen ist. Doch die hatten länger als drei Jahre befristet gearbeitet.

Auf diese Möglichkeit hofft aktuell Roman Wilke (Name geändert), er bringt es auf 13 Verträge in sieben Jahren an einer Grundschule. Je nachdem, wen er vertritt, hat er mal mehr und mal weniger Wochenstunden, es schwankte bisher zwischen 14 und 28 Stunden. „Zum Teil bekam ich zumindest die Möglichkeit, das auf Honorarbasis aufzustocken. Aber da gibt es in den Ferien kein Geld“, sagt er.

Nun hat Wilke einen Antrag auf Entfristung beim Land gestellt. Als Vater zweier Kinder hätte er gern mehr Sicherheit. Oft erfahre man sehr kurzfristig, ob der nächste Vertrag klappt.

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